Hobby-Gartenbau mit torfreduzierten und torffreien Substraten auf Basis nachwachsender Rohstoffe, Teilvorhaben 2: Demonstrationsprojekte und Fachinformationen

Motivation und Hintergrund

Derzeit werden für den deutschen Hobbygartenbau jährlich rund 4,5 Millionen Kubikmeter Blumenerden produziert, wobei diese knapp zur Hälfte aus Torf bestehen. Um die Ziele des Klimaschutzprogramms 2030 zu erreichen, soll der Hobbygartenbau aber in etwa fünf Jahren torffrei sein. Dies bedeutet für Hobbygärtner:innen eine erhebliche Umstellung, da sich mit zunehmendem Torfverzicht die chemischen, physikalischen und biologischen Eigenschaften der Blumenerde immer stärker verändern und durch eine hohe Variabilität gekennzeichnet sind. So bringen einige Torfersatzstoffe wie z. B. Grüngutkompost erhebliche Nährstoffmengen mit, die bei der Nachdüngung berücksichtigt werden müssen. Andere wie z. B. Holzfaser können die Stickstoffversorgung der Pflanzen beeinträchtigen. Zudem haben torfreduzierte bzw. torffreie Blumenerden ein geringeres Wasserspeichervermögen als solche aus Torf, d.h. die Pflanzen müssen öfters mit kleineren Wassermengen gegossen werden. Um diese Umstellungen erfolgreich zu meistern und damit den Hobbygärtner:innen die Freude am garteln zu erhalten, spielen Aufklärung und Information eine Schlüsselrolle.

Vorgehensweise

In einem ersten Schritt werden differenziert nach verschiedenen Hobbygärtner:innen-Zielgruppen die Entscheidungsprozesse und Einflussfaktoren für die Blumenerdewahl untersucht. Zudem wird in einem Reallabor ermittelt, welche Wissenslücken beim Umgang mit torfreduzierten bzw. torffreien Blumenerden bestehen und wie diese geschlossen werden können.

Im zweiten Schritt werden basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen Informations- und Schulungsunterlagen für Erdenhersteller, den (Fach-)Handel sowie Endverbraucher:innen erstellt. Des Weiteren wird eine auf Endverbraucher:innen zugeschnittene App entwickelt, in der wichtige Informationen zum Umgang mit torfreduzierten bzw. torffreien Blumenerden vermittelt werden und die als Hilfestellung für die erfolgreiche Verwendung solcher Erden dienen soll.

Öffentlichkeitsarbeit zum Projekt

Begleitet wird das Projekt durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Dazu zählen insbesondere Schau- und Demonstrationspflanzungen an der HSWT. Diese dienen zum einen der fachlichen Begleitung des Reallabors. Gleichzeitig sollen aber auch wichtige Aspekte zur erfolgreichen Verwendung von torfreduzierten bzw. torffreien Blumenerden aufgezeigt und Hintergrundwissen zu den verschiedenen Torfalternativen vermittelt werden.

Schau- und Demonstrationspflanzungen an der HSWT

Die Schau- und Demonstrationspflanzungen sind von Mitte Mai bis Ende September täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr frei zugänglich. Für Gruppen werden nach Anmeldung kostenlose Führungen angeboten.

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Demonstrationspflanzung zu torfreduzierten und torffreien Blumenerden (Foto: HSWT)

Lageplan schauanlage bearb

Lageplan der Schauanlage zu torfreduzierten und torffreien Blumenerden auf dem Campus Weihenstephan