Studie "Stoffliche Nutzung von Kulturpflanzen für die chemische Industrie" (NuPla)

Aufgrund ihrer speziellen Inhaltsstoffe wird angenommen, dass weltweit jede vierte Pflanzenart als Heil-, Aroma- oder Gewürzpflanze genutzt wird. Allein in Deutschland umfasst ihre Zahl gut 1.500 Arten. Im Rahmen der Studie wurde untersucht, ob es aus dieser Gruppe vielversprechende Pflanzen gibt, die einerseits hochwertige Inhaltsstoffe enthalten und andererseits als landwirtschaftliche Kultur in Bayern angebaut werden können. In einem weiteren Schritt wurde auf vorhandene, nutzbare oder theoretisch denkbare Wertschöpfungsketten untersucht, die eine ökologische, ökonomische und technische Umsetzung erlauben und inwieweit die bayerische Landwirtschaft von diesen Wertschöpfungsketten profitieren kann. Abbildung 1 zeigt die Wertschöpfungskette von Arznei- und Gewürzpflanzen für die stoffliche Nutzung von der Züchtung bis zu den Absatzmärkten.

Die HSWT bearbeitete in dem Projekt folgende Arbeitspakete:

ÖKOLOGISCHE UMSETZUNG
In diesem Arbeitspaket wurde die Machbarkeit des Anbaus ausgewählter Pflanzen in Bayern untersucht. In der Wertschöpfungskette entspricht dies dem Pfad vom Anbau bis hin zur ersten Aufbereitung (z. B. Trocknung) der geernteten Pflanze. Die dazu notwendigen pflanzenspezifischen Daten (ökologische und chemische Eckdaten der Pflanzen, Rohstoffspezifikationen, Preis- und Mengengerüste, Gerätespezifikationen) wurden aus Literatur und Expertenbefragungen zusammengetragen. Insbesondere für den geschützten Anbau musste in Abhängigkeit der ausgewählten Modellpflanze ein geeignetes Anbausystem entworfen werden. Beim Freilandanbau standen die wirtschaftlich machbaren Anbau- und Erntemethoden inklusive der benötigten Maschinen im Vordergrund. Ein möglicher Optimierungsbedarf wurde formuliert. Ähnliches gilt für die Aufbereitung des Ernteguts, unabhängig von den Anbausystemen. Zudem wurden Deckungsbeiträge von Alternativkulturen im Feldanbau recherchiert.

GEWINN FÜR DIE BAYERISCHE LANDWIRTSCHAFT
In diesem Arbeitspaket wurde eine Potentialanalyse für die bayerische Landwirtschaft durchgeführt und plausibilisiert. Zur Konkretisierung der Bewertung wurden Interviews mit Experten aus Wirtschaft und Landwirtschaft durchgeführt. Dazu wurde das Wirtschaftlichkeitsmodell konkret in potentielle Anwendungsfälle in bayerischen Anbaugebieten und Betriebsstrukturen überführt. Die dadurch entstehenden Potentiale wurden berechnet und grafisch dargestellt (Betrachtung von Break-Even-Punkten sowie variablen und fixen Kosten).

ERGEBNIS DER STUDIE
Auf Basis der verschiedenen Arbeitspakete entstand ein softwarebasiertes Planungsinstrument (Tool-Prototyp), mit dem Anbaualternativen auf Machbarkeit geprüft werden können. Damit lassen sich Risiken, Einflussfaktoren und Schnittstellen entlang der gesamten Wertschöpfungskette darstellen.