Gemeinsame Erforschung von Naturstoffen aus Blaualgen als Entwicklungsmodell der grenzüberschreitenden wissenschaftlichen Partnerschaft

Ziele des Projektes

Fachliches Ziel des Projekts ist es, bioaktive Verbindungen aus Blaualgen zu erforschen. Zu diesem Zweck werden verschiedene Blaualgenstämme auf ihre Eignung gescreent und die entsprechenden Genome annotiert. Zudem wird geprüft, ob durch Genmanipulationen neuartige Biosynthesen ermöglicht werden können. Außerdem werden die physiologischen Bedingungen für eine optimale Produktion der gewünschten Verbindungen eruiert, die entsprechenden Algenstämme gezüchtet und ihre Produktion unter Pilotbedingungen getestet. Anschließend werden die weiteren Verwertungsmöglichkeiten der entsprechenden Algen untersucht. Auch die Nutzung als etwaige Biomasse zur Fermentation um hochwertigere Produkte herstellen zu können, ist Gegenstand der Untersuchung. Gleiches gilt für die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen verschiedener algenbasierter Konversionstechnologien.

Kooperatives Ziel des Projekts ist es, zwei bedeutende Forschungseinrichtungen in der Grenzregion Bayern/Tschechien zusammenzubringen: Das Centrum ALGATECH des Institute of Microbiology AS in der Tschechischen Republik sowie die Professuren der HSWT und TUM am TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit in Bayern. Die Aktivitäten beider Einrichtungen machen deutlich, dass sich beide im biotechnologischen Bereich, dem ein sehr großes Potenzial für die entsprechenden Regionen zugeschrieben wird, ideal ergänzen. Im Rahmen des Projekts wird die Expertise der beteiligten Fachbereiche und Labore kombiniert und darüber hinaus die Ausbildung von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Studierenden gefördert.

Vorgehensweise

Projektinhalt ist die gemeinsame Erforschung von Blaualgen als Ausgangsbasis für hochwertige Produkte durch den Einsatz kultivierter Biomasse. Die tschechische Seite wird in diesem Projekt ihr Know-how in der Massenkultivierung geeigneter Organismen, Verfahren zur Steigerung der Produktion und bei der Extraktion hochwertiger Substanzen beitragen. Die bayerische Seite wird ihr Wissen und ihre Erfahrung bei der Prüfung von Produkten, bei Verfahren zur weiteren Verarbeitung sowie der Abschätzung von Anwendungspotenzialen einbringen.

Im Projekt werden folgende Aktivitäten verknüpft:

- das Screening geeigneter Stämme sowie deren Massenkultivierung
- Versuchsreihen zur Beeinflussung der Produktivität durch den Einsatz genetischer und physiologischer Verfahren
- die Bestimmung von Stoffwechselwegen - die Modifikation biochemischer Effekte
- die Identifizierung von Folgeprodukten und die Beschreibung ihrer Einsatzmöglichkeiten.

Ein Teil der Forschung umfasst auch Aktivitäten zur Evaluierung des Anwendungspotenzials der Forschungsergebnisse. Neben der experimentellen Arbeit ist zwischen beiden Einrichtungen weiterhin vorgesehen:

- ein Austausch von wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
- ein Austausch von Know-how in Forschung und Lehre
- die gemeinsame Nutzung und Präsentation der gewonnen Ergebnisse

Zielgruppe des Projekts

Zielgruppe des Projekts sind v. a. die Forschungseinrichtungen beider Partner, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende. Die Zusammenarbeit der genannten Forschungseinrichtungen wäre ohne die Hilfe aus dem grenzüberschreitenden Projekt deutlich schwieriger zu realisieren und müsste auf Teilbereiche beschränkt bleiben. Die Kooperation macht vor allem deshalb Sinn, weil die Stärken des jeweiligen Partners die Schwächen des jeweiligen anderen Partners kompensieren. Die Kooperation soll erheblich dazu beitragen, eines der strategischen Ziele der Grenzregion Bayern-Südböhmen zu erreichen: die Förderung der Entwicklung der Biotechnologie.