Planerische Steuerung des Ausbaus erneuerbarer Energien durch planerische Instrumente – Ökosystemleistungen in der Landschaftsplanung (ÖkoSysLa)

Das Konzept der Ökosystemleistungen (ÖSL) wird in der nationalen wie internationalen umweltpolitischen Diskussion immer bedeutender. Ziel dieses Konzepts ist es, die Leistungen und damit den direkten und indirekten Wert von Ökosystemen für den Menschen aufzuzeigen. Dabei soll durch eine an ökonomischen Prinzipien orientierte Betrachtungsweise Entscheidungsträgern verdeutlicht werden, dass der Schutz und die nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen auch wirtschaftlich geboten ist. Damit soll einerseits der weiteren Degradierung von Ökosystemen durch menschliche Eingriffe und nicht nachhaltige Nutzungsweisen vorgebeugt werden und andererseits die Wirtschaftsgrundlagen der Gesellschaft gesichert werden.
Demgegenüber steht in der bisherigen nationalen Planungspraxis die Landschaftsplanung, die als bereits etabliertes, flächendeckendes Umweltplanungsinstrument zur Aufgabe hat, die natürlichen Lebensgrundlagen zu sichern und die zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege notwendigen Maßnahmen darzustellen.
Im Forschungsprojekt sollen Implementierungsmöglichkeiten des ÖSL-Konzepts in die bundesweite Landschaftsplanung auf kommunaler bis regionaler Ebene untersucht werden. Dabei soll einerseits das Instrument der Landschaftsplanung durch methodische Weiterentwicklung gestärkt und Umweltargumentationen erleichtert werden, andererseits soll das ÖSL-Konzept eine Anwendung in einem normierten Umsetzungsinstrument erfahren. Anhand konkreter Anwendungsbeispiele soll der Ansatz überprüft werden. Thematischer Schwerpunkt ist hierbei der Klimawandel sowie der Ausbau erneuerbarer Energien mit ihren Folgen für Natur und Landschaft.

Zielsetzungen

Schwerpunkt des Projektes ist die Frage, inwieweit der Ansatz der Ökosystemleistungen für die Landschaftsplanung auf regionaler und kommunaler Ebene relevant ist. Zu prüfen ist insbesondere:

• die Integrationsfähigkeit des ÖSL-Ansatzes mit den Aufgaben und Zielen der der Landschaftsplanung aus der Sicht des Bundes;
• die sich daraus möglicherweise ergebenden Chancen für, aber auch gestiegenen An-forderungen an die Landschaftsplanung;
• der Bedarf für eine Qualifizierung und Weiterentwicklung der Landschaftsplanung entsprechend den Anforderungen des ÖSL-Ansatzes.

Arbeitsprogramm

Aus den genannten Zielsetzungen wurde für das Projekt folgendes Arbeitsprogramm definiert:

• Baustein 1: Vergleich der Ansätze des Konzepts der Ökosystemleistungen und der bundesdeutschen Landschaftsplanung;
• Baustein 2: Expertenbefragung;
• Baustein 3: Analyse von Fallbeispielen;
• Baustein 4: Integration des ÖSL-Ansatzes in drei aktuellen kommunalen/regionalen Landschaftsplänen;
• Baustein 5: Ableitung von Handlungsempfehlungen zur (optimierten) Integration des ÖSL-Ansatzes in die regionale/kommunale Landschaftsplanung, weiterer Forschungsbedarf.

Das BfN-Projekt wird ansatzweise durch die Zusammenarbeit von externen Experten begleitet.

Vorgehensweise

• Zunächst soll durch umfassende Grundlagenermittlung ein sowohl konzeptioneller als auch inhaltlich-thematischer Vergleich beider Ansätze (Landschaftsplanung mit naturhaushaltsbezogenen Funktionen und Ökosystemleistungsansatz) durchgeführt werden.
• Im nächsten Schritt soll der derzeitige Integrationsstand analysiert werden. Dabei wird vor allem auf bisherige Umsetzungsbeispiele aus der Planungspraxis und wissenschaftliche Erkenntnisse aus Umfragen und Veröffentlichungen zurückgegriffen.
• Aus den ermittelten Anknüpfungspunkten sollen konzeptionelle Vorschläge für eine Integration des ÖSL-Konzeptes in die Landschaftsplanung entwickelt werden.
• Das Kernanliegen des Projektes liegt in der praktischen Anwendung. Konventionelle kommunale und regionale Planungen sollen durch Integration ausgewählter Teilaspekte des ÖSL-Konzepts weiterentwickelt werden. Der Mehrwert und mögliche Vor- und Nachteile werden anschließend durch eine Befragung ermittelt.
• Abschließend sollen die Ergebnisse des Projektes in eine Handlungsempfehlung überführt werden.

Projektleitung

Prof. Dr. Markus Reinke (Koordination)
T +49 8161 71-3776
markus.reinke [at]hswt.de Mail

Projektbearbeitung





Projektmitwirkung extern

Projektdauer

01.07.2016 - 30.04.2019

Projektträger

Projektförderung