Entwicklung praktikabler Maßnahmen zur Vermeidung von wirtschaftlichen Schäden durch die Kirschessigfliege (Kirschessigfliege II)

Globalisierung und Klimawandel bedingen einen Anstieg von Schäden durch invasive Arten. Bei einem Schädling wie der Kirschessigfliege, welche ein sehr hohes Schadpotenzial besitzt (enorme Vermehrungsrate, breites Wirtsspektrum), müssen geeignete Schutzmaßnahmen sowie Informationssysteme möglichst schnell entwickelt werden. Nur so sind hohe wirtschaftliche Schäden zu vermeiden.
In Zusammenarbeit mit Projektpartnern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden Bekämpfungsmethoden der Kirschessigfliege auf ihren Erfolg und ihre Praxistauglichkeit untersucht. Die verschiedenen erfolgversprechenden Methoden sollen sich zu einer betriebsspezifischen Bekämpfungsstrategie zusammensetzen. Hierbei werden in Labor-, Halbfreiland- und Freilandversuchen Maßnahmen wie verschiedene Arten der Einnetzung, Massenfang und die Wirkungsweise verschiedener Lockstoffe und Repellentien untersucht. Weiterhin wird ermittelt, wie sich die vorhandenen Bausteine der möglichen Bekämpfungsmaßnahmen sinnvoll in einer Strategie umsetzen lassen. Parallel werden weiterhin die Populationsentwicklung in den Regionen und die örtliche Ausbreitung nach der Überwinterung sowie mögliche Überwinterungsorte durch Monitoring überwacht. Das Institut für Gartenbau der HSWT forscht in seiner Versuchsstation für Obstbau Schlachters am Bodensee bevorzugt an dem letztgenannten Arbeitspaket dieses Verbundprojekts.

Durch den ständigen Austausch des aktuellen Untersuchungsstandes zwischen den Projektpartnern auf regelmäßig stattfindenden Projekttreffen ist die Entwicklung eines dynamischen, dem Schadinsekt angepassten Schutzkonzeptes auch über die Landesgrenzen hinweg möglich.

Alle Erkenntnisse aus diesem Projekt werden über Beratungsstellen (Warndienste), über Informationssysteme sowie über Tagungen und Informationsveranstaltungen an die Praxis weitergegeben. Somit dient dieses Projekt in erster Linie dem Obstproduzenten und dem ObsthandeL ln zweiter Linie profitiert der Verbraucher aus den Ergebnissen dieses Projektes, da er dank der entwickelten Methoden hochwertige Produkte erwerben kann. Besonders zu betonen ist hierbei die Reichweite dieses Projektes, die wie die Kirschessigfliege selbst Ländergrenzen überschreitet.

Bild1
Poster zum Projekt

Bild3
Becherfalle sowie Temperatur- und Luftfeuchtemesser in Sauerkirschen