Die Auswirkungen der sozialen Akzeptanz auf den Abbau mineralischer Rohstoffe

Der Abbau mineralischer Rohstoffe ruft häufig Proteste in der lokalen Bevölkerung und unter Naturschützern hervor. Großer Kritikpunkt der Gesteinsabbau-Gegner ist häufig neben dem vermehrten Aufkommen von Lärm, Staub, Verkehr und Umweltgefährdungen die entstehende Landschaftsveränderung, die viele als „hässlich“ empfinden und die als „Zerstörung des Landschaftsbildes“ wahrgenommen wird. Landschaft wird hier als „starr“ aufgefasst – so als ob der aktuelle Zustand „eingefroren“ wäre. Dabei vollzogen und vollziehen sich bis heute immer wieder Landschaftsveränderungen.

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Anlage der Firma ‚saarsand (Sandgrube Schweitzer)‘ in Lebach (Saar)
Anlage der Firma ‚saarsand (Sandgrube Schweitzer)‘ in Lebach (Saar)

Problemstellung und Zielsetzung

Gerade sozialkonstruktivistische Analysen setzen an diesen Veränderungsprozessen und unterschiedlichen Deutungen von Landschaft an. Sie bieten entsprechend auch das Potenzial, Kritikpunkte der Gegner des Abbaus mineralischer Rohstoffe zu systematisieren, den Gründen für ihre Deutungsmacht nachzuspüren und gleichzeitig herauszuarbeiten, welche Landschaftsveränderungen aus welchen Gründen akzeptiert werden, um so auch zu einer Akzeptanzsteigerung des Abbaus mineralischer Rohstoffe beizutragen.

Die übergreifende Zielsetzung des Forschungsvorhabens liegt darin, positive und negative Einflussfaktoren für die soziale Akzeptanz des Abbaus mineralischer Rohstoffe vor dem Hintergrund einer sozialkonstruktivistischen Landschaftsperspektive auszudifferenzieren. Darauf aufbauend werden detaillierte Strategien mit Handlungsempfehlungen für zukünftige Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung und Konsequenzen für eine verbesserte Kommunikationsstrategie für die Unternehmen der Gesteinsindustrie abgeleitet. Die Forschungsergebnisse zielen darauf ab, ein neues Kommunikationsverfahren zu entwickeln, das die Akzeptanz zum Abbau mineralischer Rohstoffe bei Bürgern, Planern und Politikern gleichermaßen in den Mittelpunkt rückt.

Projektleitung

Prof. Dr. Dr. Olaf Kühne (Koordination)

Teilprojektleitung

Dr. Florian Weber (Koordination)

Projektmitwirkung

Corinna Jenal

Projektdauer

01.10.2015 - 30.09.2016

Projektträger

Projektförderung

Hinweis in eigener Sache

Prof. Dr. Dr. Olaf Kühne ist am 1. Oktober 2016 an die Eberhard Karls Universität Tübingen als Professor für Stadt- und Regionalentwicklung gewechselt. Er bearbeitet dieses Forschungsprojekt dort bis 30.09.2017 weiter.