Debarking Heads I | Nährstoffentzug bei der Holzernte minimieren - durch die Nutzung von entrindenden Harvesterfällköpfen

Im ersten Projekt Debarking Heads (Laufzeit 2014 bis 2017) wurde die Nutzbarkeit von technisch modifizierten Harvesterfällköpfen unter mitteleuropäischen Waldverhältnissen nachgewiesen. Ein erfolgreich auf mitteleuropäische Verhältnisse adaptierter Debarking Head Prototyp wurde einem breiten Fachpublikum auf der KWF-Tagung, dem größten Forsttechnik-Event in 2016, in einem eigenen Exkursionspunkt vorgestellt.
Dabei wurde deutlich, dass für das entrindete Rundholz eine von heutigen Verhältnissen abweichende Logistikkette erforderlich wird, deren Chancen und Risiken zu bewerten sind. Das Ziel des Folgeprojektes „Debarking Head II“ ist die Konzeption, Umsetzung und Evaluierung sowie Optimierung der gesamten Logistikkette für das von Harvestern entrindete Rundholz.

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Abb. 1: Prototypen im Projekt „Debarking Head I“, von links nach rechts: Log Max 7000 C, John Deere H 480 C, Ponsse H7
Abb. 2: Entrindender Harvesterfällkopf im Einsatz

Entrindetes Rundholz weist ein deutlich geändertes Gewicht auf. Beim Transport werden daher positive Effekte auf die Hydrauliksysteme und Transportlogistik, gleichzeitig aber ein höherer Aufwand aufgrund der glatten Stammoberflächen erwartet. Für die abnehmende Holzindustrie ist außerdem die Qualität des entrindeten Holzes relevant, da mit zunehmender Lagerungsdauer Qualitätsverluste befürchtet werden. Deshalb wird innerhalb der Projektlaufzeit durch Lagerversuche eine Dokumentation der Qualität erfolgen (Pilzbefall, Rissbildung etc.).

Die erwarteten finanziellen Vorteile in der Logistikkette können darüber hinaus ein wichtiges Argument sein, um die Akzeptanz beim Verkauf von im Wald entrindetem Rundholz langfristig zu steigern.
Auf dieser Basis werden – unter Berücksichtigung der Anforderungen der spezifischen Abnehmer – Logistikketten für entrindetes Rundholz konzipiert. Aufgrund der zahlreichen Nachfragen aus dem Bereich Waldschutz, die im Laufe von Debarking Heads I an das Projektkonsortium herangetragen wurden, soll dieses Thema ebenfalls untersucht werden. Hierzu werden Logistik und Entrindungsstudien durchgeführt, um das Entrindungsverfahren bei Käferholz mit den untersuchten entrindenden Harvesterfällköpfen für die Praxis explizit empfehlen zu können.

ZIELSETZUNG

Gesamtziel ist, nach Abschluss des Projektes der Forst- und Holzwirtschaft:
1. Verfahrensempfehlungen für die einzelnen Schritte der Logistikkette für alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette Holz zu geben, die auf den zuvor erfolgten ökonomischen und ökologischen Analysen, sowie deren Bewertung basieren
2. den Absatz von im Wald entrindetem Rundholz zu stärken und
3. eine Strategie für die Bekämpfung des Borkenkäfers in diese Prozesse einzugliedern, damit Debarking Heads in Deutschland zukünftig langfristig Einsatz finden.

Vorgehen

Im Projekt werden in konkreten Fallstudien die Logistikketten für vom Harvester entrindetes Rundholz konzipiert und bewertet. Ausgangspunkt dieser Analysen sind die abnehmenden Holzindustrien. Ökoeffizienzbetrachtungen werden Aspekte umfassen wie:
- die geringeren Transportgewichte der Stammabschnitte beim Rundholztransport
- die reduzierten Aschegehalte von Scheitholz und Hackschnitzel ohne Rinde
- die verminderten Feinstaubemissionen bei der energetischen Nutzung
- die Relevanz der den Sägewerken fehlenden Rindensorti­mente.

Folgende Arbeitspakete werden im Rahmen des Projektes Debarking Heads II untersucht:
1. Entwicklung von Logistikketten für Nadelhölzer nach Harvesterentrindung, Erfassung der Mehr-/Minderleistung, Ermittlung der Gesamtkosten für die Systeme (Ernte, Rückung, Transport).
2. Wirtschaftlicher Vergleich von Harvesterentrindung im Bestand, mobiler Entrindung an der Waldstraße und stationärer Entrindung im Werk des Holzabnehmers.
3. Wirtschaftliche Auswirkungen auf die Holzlogistikkette und Potentiale in der Kraftstoffeinsparung durch Gewichtsreduktion.
4. Akzeptanzanalysen bei den Abnehmern von entrindeten Stammabschnitten (Holzwerkstoff-, Zellstoff- und Sägeindustrie) und Abschätzung der Möglichkeiten der Vermarktung der neuen Sortimente.

Projektleitung

Prof. Dr. Stefan Wittkopf (Koordination)
T +49 8161 71-5911
stefan.wittkopf [at]hswt.de Mail

Projektbearbeitung


Julian Paschke

Projektdauer

01.09.2014 - 31.12.2017

Projektpartner

Projektträger

Projektförderung

Weblinks

Projektseite bei der FNR Link
Folgeprojekt Debarking Heads II Link
Abschlussbericht Debarking Heads I Link

Förderkennzeichen

FKZ 22013213