Temperate Trees at their Limits

Im Klimawandel werden Waldökosysteme voraussichtlich erheblich wärmeren und oft auch trockneren Klimabedingungen ausgesetzt sein. Anpassung an den Klimawandel ist dadurch zum entscheidenden Kriterium für die Forstwirtschaft sowie für das Design und Management von Schutzgebieten geworden. Risiken und Anpassungsstrategien werden bislang durch Modellbildung an Hand von leicht verfügbaren Daten (Klimamodelle wie WORLDCLIM, Verbreitungsatlanten wie Flora Europaea) oder von experimentellen Fallstudien untersucht. Dagegen steckt eine systematische, grenzüberschreitende Zusammenführung der umfangreichen Vegetationsdaten noch in den Kinderschuhen, obwohl sie eine erhebliche Verfeinerung von Prognosen und Vulnerabilitätsszenarien verspricht. Angesichts der ökologischen Komplexität der betroffenen Waldökosysteme und der größtenteils gebirgigen und geologisch vielfältigen Landschaften Südeuropas erscheint ein Ansatz, welcher geographische Breite mit hoher Auflösung und Informationsdichte vereint unverzichtbar.

Deshalb widmet sich seit 2012 das von der Bayerischen Forstverwaltung finanzierte Projekt MARGINS <http://margins.ecoclimatology.com/index.html> der Vegetation der in Bayern heimischen, temperierten Waldbaumarten am Südrand ihrer Verbreitung. Dieses interdisziplinäre Projekt vereint die bayerischen Akteure des Zentrums Wald-Forst-Holz und das Amt für Saatgut und Pflanzenzüchtung. Ihm fehlen jedoch die Mittel für eine substantielle Einbeziehung von Wissenschaftlern aus dem submediterranen und mediterranen Raum. Diese Lücke soll nun durch ein international aufgestelltes Folgeprojekt geschlossen werden.

Das geplante Vorhaben vertieft die im Rahmen des Projekts MARGINS begonnene Kooperation zwischen den Partnern mit dem Ziel einer gemeinsamen Antragstellung in einem geeigneten europäischen Förderprogramm. Ziel ist eine umfassende, grenz- und regionenübergreifende Zusammenführung und Auswertung der Vegetationsaufnahmen aus Wäldern temperierter Baumarten am Südrand ihrer Verbreitung, wo in Folge des Klimawandels ein massiver Verlust an Biodiversität (Lebensraumtypen, Arten, genetische Ressourcen) droht. Als ehemalige Eiszeitrefugien sind die temperierten Waldregionen des Mittelmeergebietes von größtem biogeografischem Interesse.

Agenda des geförderten Arbeitstreffens mit den wissenschaftlich aktivsten internationalen Kooperationspartnern des MARGINS-Projektes in Weihenstephan:

- Stand der Datenzusammenführung und -aufbereitung
- Identifizierung von Lücken
- Formulierung von Forschungsfragen
- Ansätze zur Datenanalyse
- Suche nach Förderprogrammen
- Suche nach weiteren Partnern
- Konzeption Antrag

Projektleitung

Prof. Dr. Jörg Ewald (Koordination)
T +49 8161 71-5909
joerg.ewald [at]hswt.de Mail

Projektdauer

15.07.2013 - 31.12.2013

Projektförderung