Verbundprojekt „Organische Böden“ – Ermittlung und Bereitstellung von Methoden, Aktivitätsdaten und Emissionsfaktoren für die Klimaberichterstattung LULUCF/AFOLU - Teilprojekt Gesamtkoordination und Messung und Modellierung der TGs 5 u. 6

In den beiden Untersuchungsjahren 2010 und 2011 konnten in den beiden süddeutschen Moorstandorten Freisinger Moos und Mooseurach wichtige Daten zum Treibhausgaspotenzial von dränierten Hoch- und Niedermooren gewonnen werden. Diese ergänzen und bestätigen zum einen das bestehende Wissen und liefern zum anderen auch neue Erkenntnisse.

Die wichtigsten Ergebnisse

1) Die Landwirtschaftliche Nutzung von dränierten Nieder- und Anmoorböden führt in jedem Fall zu einem erheblichen Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase von bis zu 70 t CO2-äqu. ha−1 a−1.

2) Es gibt keine systematischen Unterschiede in der Treibhausgasbilanz zwischen Anmoor- und Niedermoorböden bei intensiver Landwirtschaftlicher Nutzung.

3) Die Landnutzungsform Acker führt nicht zwangsläufig zu einem sehr hohen GWP sondern richtet sich sehr stark nach dem durchgeführten Management.

4) Intensivgrünlandflächen schneiden in der Treibhausgasbilanz im Vergleich zur Ackernutzung keinesfalls besser ab, sondern können diese sogar deutlich übersteigen.

5) Extensivierung in Verbindung mit einer Anhebung des mittleren Jährlichen Grundwasserflurabstands führt zu einer deutlichen Einsparung von Treibhausgasen.

6) Das Treibhausgaspotenzial von Waldstandorten auf organischen Böden bleibt nach wie vor sehr unsicher und sollte verstärkt in Folgeprojekten untersucht werden.

Die gewonnenen Ergebnisse zeigen deutlich die Notwendigkeit einer gezielten Renaturierung bzw. Extensivierung von dränierten Mooren, wobei ein sehr gezieltes Wassermanagement notwendig ist, um nicht durch gesteigerte Methanemissionen einen gegenteiligen Effekt zu erzielen. Dabei muss abschließend auf die Grenzen der bestehenden Messmethodik verwiesen werden. Besonders die intensiven landwirtschaftlichen Flächen sollten in Folgeprojekten einem deutlich intensiveren Mess-Monitoring unterliegen, was einen Einsatz von Automatikhauben erforderlich macht.

Verbundprojektleitung

Prof. Dr. Matthias Drösler (Koordination)
T +49 8161-86262-70
matthias.droesler [at]hswt.de Mail

Projektdauer

01.01.2009 - 31.12.2012

Projektförderung

Weblinks

Projektseite beim Projektförderer Thünen Institut Link