Voruntersuchungen zur Verwertung von Körnermaisstroh für die Biogaserzeugung

Körnermaisstroh kann unter bestimmten Voraussetzungen erfolgreich als Substrat für die Biogaserzeugung eigesetzt werden. Dadurch kann eine weitere Ausdehnung der Silomaisflächen zur Energiegewinnung reduziert bzw. die Konkurrenz zwischen der Nutzung als Viehfutter und Biogassubstrat entschärft werden. Körnermaisstroh ist für die Erzeugung von Biogas gut geeignet. Die Gasausbeuten sind in unreren bisherigen Untersuchungen nur geringfügig niedriger als beim Einsatz von Silo- oder Körnermais. Für Silomais existieren mittlerweile Ansätze, die eine Ableitung der potenziellen Methanausbeute anhand spezifischer Inhaltsstoffe erlauben (Rath et al., 2013). Für Körnermaisstroh liegen diesbezüglich noch keine Erkenntnisse vor. Auch von Seiten der landwirtschaftlichen Praxis ist deutliches Interesse vorhanden. In Bayern wird aktuell auf über 124.000 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche Körnermais angebaut. Hier fallen je ha in der Regel über 10 t (TM) Stroh an, das einen mit Silomais vergleichbaren Wert in der Biogaserzeugung hat. Silomais wird aktuell mit einem Preis von ca. 40 Euro/t Frischmasse vergütet, das entspricht etwa 120 Euro/t Trockenmasse. Daraus ergibt sich ein Gesamtvolumen für Bayern von etwa 150 Mio. Euro. Erste Tastversuche der Praxis im Herbst 2011 (Wochenblatt 49/2011) haben die grundsätzliche technische Machbarkeit aufgezeigt. Es sind jedoch noch diverse Fragen offen geblieben.

Fragestellungen

Die Durchführbarkeit des Verwertungsverfahrens und die ökologischen Auswirkungen wurden untersucht. Hierzu sollten folgende Fragen in einer Voruntersuchung geklärt werden:

1. Welche technischen Voraussetzungen sind nötig, um Körnermaisstroh nach dem Drusch in einer konservierbaren Form vorliegen zu haben?
2. Welches ist die richtige Konservierungsmethode?
3. Welche Maissorten eignen sich für eine solche Verwertungsrichtung? Ist ein züchterischer Ansatz notwendig, um solche Sorten zu schaffen? Ziel: extremer Stay-Green-Typ
4. Welche Gasausbeuten werden erzielt in Abhängigkeit von Sorte und Produktionstechnik?
5. Welche Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit sind zu erwarten? Beeinflussung der Humusbilanz.
6. Ökonomische Betrachtung

Projektleitung

Dr. Kathrin Deiglmayr (Koordination)

Projektdauer

01.01.2013 - 31.12.2014

Projektträger

Projektförderung