Volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Untersuchung des Anbaus von schnellwachsenden Baumarten im Kurzumtrieb auf landwirtschaftlichen Flächen als nachhaltige CO2-Vermeidungsoption (KUP 1)

Die wachsende Weltbevölkerung und der steigende Wohlstand führen zu einer erhöhten Nachfrage nach Energie. Der Bioenergie kommt dabei eine besondere Rolle zu: Aktuell nimmt die durch Biomasse erzeugte Energie den größten Anteil der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch Deutschlands ein. Sie ist universell einsetzbar, gut lagerfähig, steht jedoch teilweise in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Deshalb sollte es ein Anliegen einer Volkswirtschaft sein, die Biomasse möglichst effizient und mit wenig ökologischen Nachteilen zu produzieren.

Kurzumtriebsplantagen (KUP) - schnellwachsende Baumarten auf landwirtschaftlicher Fläche - sind eine Möglichkeit, flächeneffizient Biomasse bereitzustellen. Die Energieeffizienz ist im Vergleich zu anderen Energiepflanzen hoch, die CO2-Vermeidungskosten sind vergleichsweise gering und der Anbau von KUP bringt durch die extensive Bewirtschaftung eine Vielzahl weiterer ökologischer Vorteile. Jedoch ist die Zahl der KUP mit 4500 Hektar -Stand 2011 - in Deutschland gering. Neben sozio-ökonomischen werden vor allem ökonomische Faktoren - langfristige Kapitalbindung und unsichere Wirtschaftlichkeit - als Hemmnisse für die Verbreitung von KUP in Bayern genannt.

Ziel des Projekts

Ziel des Forschungsprojekts war es, mittels Treibhausgasbilanzierung die CO2-Vermeidungsleistung als auch die CO2-Vermeidungskosten für die Energiebereitstellung durch Kurzumtriebsplantagen und Agroforstsysteme zu berechnen. Zudem wurden durch eine umfangreiche Betreiberbefragung bestehende Kurzumtriebsplantagen und deren Betreiber analysiert, um den Ist-Zustand zu erfassen und zudem weitere Potentiale abzuleiten.

Zusammenfassung und Ergebnisse

In diesem Forschungsprojekt wurde die Wirtschaftlichkeit von Kurzumtriebsplantagen (KUP) mit schnellwachsenden Baumarten auf landwirtschaftlichen Flächen unter Berücksichtigung der bayerischen Bewirtschaftungspraxis und dem Ertragsniveau bayerischer Praxisflächen berechnet und mit der Wirtschaftlichkeit konventioneller Marktfrüchte verglichen.

Das ökonomische Risiko des KUP Anbaus ist geringer als das der verglichenen Kulturen. Dies liegt vor allem an der vergleichsweise geringen Variabilität der Erzeugerpreise. Zudem machten die gestiegenen Energieholzpreise im vergangenen Jahrzehnt den Anbau von KUP in den letzten Jahren zunehmend lukrativer. Die Studie betrachtete den Anbau von KUP als Portfoliobestandteil landwirtschaftlicher Betriebe und quantifizierte die daraus resultierenden ökonomischen Effekte mittels der modernen Portfoliotheorie.

Die Integration von KUP in landwirtschaftliche Anbau- und Produktportfolios wirkt sich risikomindernd und damit stabilisierend auf den ökonomischen Erfolg landwirtschaftlicher Betriebe aus. KUP sind ein ernstzunehmendes und bisher unterschätztes Diversifikationselement landwirtschaftlicher Betriebe. Die diversifizierenden Eigenschaften von KUP in landwirtschaftlichen Betrieben sind besonders im Hinblick auf volatile Agrarmärkte und ungewisse zukünftige Agrarpolitik interessant.

Projektleitung

Prof. Dr. Stefan Wittkopf (Koordination)
T +49 8161 71-5911
stefan.wittkopf [at]hswt.de Mail

Prof. Dr. Peter Lorenz Zerle (Koordination)
T +49 8161 71-4337
peter.zerle [at]hswt.de Mail

Projektbearbeitung

Dr. Sebastian Hauk

Tobias Jorissen

Projektdauer

01.04.2010 - 31.12.2013

Projektförderung

Weblinks

Folgeprojekt KUP 2 Link