Ökosystemleistungen im Obstanbau - Bewertung verschiedener Obstanbausysteme unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher und gesellschaftlicher Kriterien (ÖSL)

Der Obstanbau ist eine Form der Landnutzung, die neben der Erzeugung von Obst in erheblichem Umfang gesellschaftliche Leistungen erzeugt. Zu nennen sind hier beispielsweise ein positiver Beitrag zum Landschaftsbild, zum Erhalt der biologischen Vielfalt, zum Boden- und Gewässerschutz sowie zu den genetischen Ressourcen. Diese Leistungen sind entscheidend von der Nutzungsart und -intensität der Obstanbauflächen abhängig. Zu unterscheiden sind extensiv und intensiv genutzte Obstanbauflächen mit einer Vielzahl an Anbausystemen zwischen diesen beiden Nutzungsintensitäten.

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Apfelernte in den Streuobstwiesen des Lallinger Winkels (Foto: Peter Gruber)

Plantage schlachters zugeschnitten

Apfelplantage in Schlachters (Foto: HSWT)

Quantitative, vergleichende Bewertungen des sowohl betriebswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzens der verschiedenen Anbausysteme im Obstanbau fehlen weitestgehend. Dabei sind solche vergleichenden Studien, welche betriebswirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte mehrerer Obstanbausysteme berücksichtigen, höchst relevant, um wichtige Erkenntnisse für eine nachhaltige, ressourcenschonende Entwicklung von Obstanbausystemen mit unterschiedlicher Nutzungsintensität zu gewinnen.

Hintergrund und Motivation

Das  in der umweltpolitischen Diskussion eingeführte Konzept der Ökosystemleistungen (ÖSL) soll dazu genutzt werden, die vielfältigen, bisher nicht oder zu wenig beachteten gesellschaftlichen Leistungen, die von den verschiedenen Obstanbausystemen ausgehen, möglichst objektiv zu ermitteln und quantitativ zu bewerten.

Das am Institut für Ökologie und Landschaft (IÖL) der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) durchgeführte Projekt ist eingebunden in die vom Bayerischen Wissenschaftsministerium geförderte Initiative zum Aufbau eines Streuobstwiesenkompetenzzentrums im Lallinger Winkel. Die Einbindung lokaler Obstbauern und Erzeugerverbände in zwei sehr verschiedenen Obstbauregionen (Bodensee, Lallinger Winkel) stellt einen intensiven Wissensaustausch zwischen Praxis und Forschung her. Die Versuchsanstalt für Obstbau Schlachters der HSWT am Bodensee ist dabei ebenfalls in das Projekt involviert.

Zielsetzungen

Im Vorhaben sollen für eine ausgewählte Anzahl von extensiv genutzten Streuobstwiesen sowie von Obstplantagen zum einen die wirtschaftlichen Erträge dargestellt und zum anderen für ein Set ausgewählter Ökosystemleistungen eine quantifizierte Bewertung realisiert werden. Damit ein hoher Gradient in der Nutzungsintensität und der Ertragsmargen untersucht werden kann, werden Obstbestände von Obstbauern aus der bayerischen Bodenseeregion und aus dem traditionellen Obstanbaugebiet des Lallinger Winkels mit Schwerpunkt auf Streuobstwiesen betrachtet.

Die Ergebnisse sollen zeigen, welchen betriebswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wert extensive Streuobstwiesen und intensive Obstplantagen haben, wie Nutzungsintensität und Ökosystemleistungen zusammenhängen und welche Empfehlungen hieraus für die Bewirtschaftung von Streuobstanbauflächen und Obstplantagen sowie für die staatliche Förderung im Rahmen von Agrar-Umweltprogrammen ausgesprochen werden können.




Projektleitung

Prof. Dr. Markus Reinke (Koordination)
T +49 8161 71-3480
markus.reinke [at]hswt.de

Projektbearbeitung



Projektmitwirkung


Projektdauer

01.11.2021 - 31.10.2023

Projektpartner

Projektförderung