Waldmoorrenaturierung auf Hochmoorstandorten im Staatsforst - Bewertung der Klimaschutzwirkung (KliWaMo)

Hintergrund und Motivation

Moorschutz bedeutet Klimaschutz. Diese Aussage ist seit einigen Jahren nicht mehr nur den Menschen bekannt, die sich mit Mooren beschäftigen, sondern inzwischen in der breiten Bevölkerung angekommen. Spätestens seitdem die Klimakrise in allen Medien präsent ist, hat der Moorschutz in Deutschland stark an Bedeutung gewonnen.

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Burghamer Filz, Wiedervernässung 2018/19 (Foto: HSWT / Ella Papp)

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Burghamer Filz, nicht wiedervernässt (Foto: HSWT / Sylvia Holzträger)

Vom Obersten Rechnungshof wird darauf Wert gelegt, dass der Staatsforst die erwartete Klimaentlastungswirkung auch quantifiziert. Das Institut für Ökologie und Landschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) wurde deshalb beauftragt, hierfür ein Konzept zu entwickeln. Dabei werden die im Rahmen des Projekts 'Feinkonzept Moorrenaturierung im Staatswald' (ST-316) sowie die seit 2016 dazugekommenen Renaturierungsflächen hinsichtlich der Auswertbarkeit in Hinblick auf die Klimaentlastungswirkung geprüft.

Bei den bayerischen Staatsforsten hat der Schutz der Moore schon seit jeher eine Rolle gespielt, seit den 1990er-Jahren gewann dieser aber in den einzelnen Betrieben immer mehr an Bedeutung. Damals standen sicherlich noch Biodiversitätsziele im Vordergrund, doch auch die daraus resultierenden Maßnahmen waren ein echter Mehrwert für den Klimaschutz, sofern sie mit Wasserstandsanhebungen einhergingen. Das Projekt „Feinkonzept Moorrenaturierung im Staatswald" zeigte auf, dass auf ca. 3000 ha Fläche der Bayerischen Staatsforsten bis 2016 Maßnahmen zu Arten- oder Klimaschutzzwecken erfolgt sind.

Datenausgangslage

Im ST-316 Projekt wurden mittels Fernerkundung, Vor-Ort-Befragungen von Moorexperten der Forstbetriebe der Bayrischen Staatsforsten (BaySF) und stichprobenartigen Vor-Ort-Kontrollen Entwässerungseinrichtungen und Renaturierungsaktivitäten auf Hochmoorstandorten erfasst. Allerdings ist die Informationsqualität sehr heterogen und die Datenverfügbarkeit insgesamt recht dünn. Während bei einigen Betrieben genaue Aufzeichnungen zu Bauwerken und Flächen vorliegen, ist bei anderen nur noch ein Maßnahmenzeitraum als Information vorhanden. Die HSWT nutzt alle zur Verfügung stehenden Daten, um eine Klimaentlastungswirkung durch bereits erfolgte Maßnahmen auf Flächen der BaySF zu quantifizieren.

Datenbewertung & Methodik

Systemgrenze Maßnahmenfläche

Diese Systemgrenze liegt allen „klassischen“ Vorgehensweisen zur Berechnung und Skalierung der Klimaschutzleistung von Managementmaßnahmen zu Grunde. Durch die sehr umfangreiche Datenrecherche im ST316 Projekt konnten schon sehr viele Informationen zu den Renaturierungsaktivitäten in den Forstbetrieben gesammelt werden. Seitdem sind aber noch einige Neuprojekte dazu gekommen. Da sich die Datenquantität und -qualität sehr heterogen zeigen, ist für die Bilanzierung der Einsparleistung aller renaturierten Flächen kein einheitliches Berechnungsverfahren anwendbar. Je nach Datenlage und verwendetem Ansatz ist eine unterschiedlich hohe Unsicherheit gegeben, zumal nicht in allen Gebieten die genauen Maßnahmen Jahre bekannt sind. Trotzdem sind wir sicher, dass eine konservative Herangehensweise dazu führt, dass die ermittelten Werte belastbar sind.

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Informationsbasis und erreichbare Aussagenschärfe: Die Berechnung der Einsparleistung wird in 3 Qualitätsstufen durchgeführt.


Projektleitung


Projektbearbeitung





Projektmitwirkung extern

Projektdauer

01.05.2021 - 31.07.2022

Projektträger

Projektförderung

Adressierte SDGs (Sustainable Development Goals)

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