Qualität in der Mediation - Untersuchung der Erfolgsfaktoren

Ziel des Forschungsprojektes

Die Arbeit befasst sich in erster Linie mit der Qualität der Mediationsausbildung. Eine Hypothese lautet: Eine 200-stündige Mediationsausbildung qualifiziert besser und nachhaltiger, als eine 120-stündige Ausbildung und zwar sowohl für die Mediation als auch als Weiterbildung für den Grundberuf. Es werden dabei weitere Kriterien untersucht, die zum Erfolg der Mediation und dem Transfer in den Grundberuf dienen.

Mediation in pr%c3%a4senz

Mediation in Präsenz

Mediation virtuell

Mediation virtuell


Eine neuere Untersuchung kam zum Ergebnis, dass der Umfang der Mediationsausbildung den Erfolg in Beratung und Mediation außerordentlich unterstützt. Dabei zeigte sich in Varianzanalysen, dass Fachkräfte mit einer Mediationsausbildung über 200 Stunden signifikant bessere Erfolgseinschätzungen am Ende als solche mit geringerer Ausbildung abgaben. Mittels binär logistischen Regressionsanalysen konnte auch gezeigt werden, dass die Bewertung des Erfolges am Ende mithilfe der Frage „einvernehmlich beendet“ in Bezug auf die zum Abschluss erzielte Vereinbarung deutlich besser waren, wenn die Fachkraft eine Mediationsausbildung von 200 Stunden und mehr hatte.

Dieser Schluss, dass eine über 200-stündige Mediationsausbildung signifikant als eine von drei Prädiktoren im Regressions- und Wirkmodell etwa ein Drittel zum Erfolg beiträgt, wird weiter in verschiedenen Modellen erhärtet, bei denen andere Prädiktoren (z.B. Konfliktniveau) berücksichtigt und berechnet wurden und die Variable „Mediationsausbildung über 200 Stunden“ immer einen eigenen, signifikanten Beitrag zur Varianzaufklärung leistet.

Bei folgender Untersuchung wurden die Mediator*innen befragt:

Im Gruppenvergleich zwischen den Fachkräften mit und denen ohne Mediationsausbildung konnte ein signifikanter Unterschied aufgezeigt werden. Während die Fachkräfte ohne Mediationsausbildung einen Skalenwert von 2,56 aufwiesen, hatten die Fachkräfte mit Mediationsausbildung einen signifikant besseren Skalenwert von 3,26. Der Beratungserfolg fällt nach Einschätzung der Fachkräfte größer aus mit einer abgeschlossenen Mediationsausbildung als ohne diese Ausbildung. Wenn diese Mediationsausbildung auch noch in einem relevanten Umfang abgeschlossen wurde.

Bei folgender Untersuchung wurden die Studierenden eines Master-Studiums befragt:

Diese noch aktuellere Untersuchung kommt zu einem ähnlich positiven Ergebnis im Hinblick auf Auswirkungen einer fundierten Mediationsausbildung und zwar beim Transfer in den ursprünglichen Beruf.  90 % der Absolvent*innen bescheinigten den Studieninhalten Relevanz für ihren Arbeitsalltag und über die Hälfte empfindet diese sogar als sehr relevant. Die im Studium erworbenen Inhalte und Kompetenzen werden ausgesprochen vielfältig angewandt. Als konkrete berufliche Effekte des Studiums berichteten die Befragten vor allem von einer besseren Qualifikation für die Ausübung ihrer beruflichen Rolle (50,7 %) und einer konkreten Veränderung ihrer Arbeitsinhalte (30,3, %). Ein Viertel der Befragten (25,3 %) erlebt sich aufgrund des Studiums als besser in der Lage, zur positiven Entwicklung der eigenen Organisation beizutragen. Auch eine Veränderung der Haltung sei mit dem Mediationsstudium einhergegangen. Sie beklagt gleichzeitig, dass sowohl im deutschsprachigen als auch im internationalen Bereich bezüglich der Effekte von Mediationsausbildungen eine erhebliche Forschungslücke zu konstatieren sei.

Diese Lücke soll mit dem vorliegenden Forschungsprojekt wieder ein Stück weiter geschlossen werden.