Nachhaltiger Anbau von Topfpflanzen im Bayerischen Gartenbau

Hintergrund

Der Verbraucher fordert zunehmend nachhaltig erzeugte Produkte. Dies galt bisher vor allem für den Bereich Nahrungsmittel, wird aber auch für Zierpflanzen und Schnittblumen zunehmend wichtiger. Es äußert sich sichtbar darin, dass Handelsketten (REWE/Pro Planet-Pflanzen), der Blumengroßhandel (Landgard/Regionalfenster-Programm) und Zertifizierungsstellen (Global G.A.P./GGN) Nachhaltigkeits-Label für Zierpflanzen eingeführt haben.
Um für die Zukunft gerüstet zu sein, müssen die vielen familiengeführten Gartenbaubetriebe in Bayern auf diesen Trend, hin zu einer nachhaltigen Produktion, reagieren. Die drei Aspekte mit der größten öffentlichen Aufmerksamkeit (Torfersatz, Verzicht auf mineralische Düngemittel und chemischer Pflanzenschutz) bereiten hierbei die größten Schwierigkeiten. Ziel des Projektes ist es, Wissenslücken zu nachhaltigem Wirtschaften in diesen drei Bereichen zu schließen und die Mitarbeitenden, deren Ausbildung oft mehrere Jahre zurück liegt, auf den neuesten Stand der Forschung zu bringen. Dies vor dem Hintergrund, dass die zu vermittelnden Inhalte aufgrund Ihrer Aktualität erst Eingang in die Lehrpläne von Meister-, Techniker- und Hochschulen gefunden haben.

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Zielsetzung und Vorgehensweise

In diesem Projekt erwerben die Teilnehmenden detailliertes und aktuellstes Fachwissen in den Themenbereichen Nachhaltigkeit im Topfpflanzenanbau. Die kontinuierlichen Lerneinheiten sollen wesentlich dazu beitragen, innovative Lösungen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit zu fördern. Für die teilnehmenden Betriebe und deren Mitarbeiter/innen werden die neuesten Ergebnisse vorgestellt und das Fachwissen im Rahmen der Online-Kurse sowie in Präsenzveranstaltungen verfestigt. Da ein Großteil des Kurses über E-Learning Formate angeboten wird, kann die Weiterbildung individuell in den Arbeitsalltag integriert werden. Durch die Bereitstellung als E-Learning-Angebote werden sonst übliche lange Fahrzeiten zu Weiterbildungsveranstalten vermieden und fallen damit als Barriere für eine Beteiligung weg. Durch die weite räumliche Verteilung der Betriebe und die knappen Zeitbudgets in den Fach- und Führungspositionen im Gartenbau ist dies wesentlich. Hierdurch ist auch für KMU's ohne große Finanzkraft ein Fortbildungsangebot für die Mitarbeitenden möglich. Die Konzeption der E-Learning-Elemente in kurzen Lerneinheiten erlaubt es, die Fortbildung in die Arbeitszeit zu integrieren. Dies steigert die Akzeptanz sowie die Lernbereitschaft der Mitarbeitenden und schafft eine gemeinschaftliche Lernatmosphäre in den Betrieben.