Erfolgsfaktoren und Potentiale für die Inwertsetzung süddeutscher Schafwolle

Einleitung

Schafwolle zeichnet sich durch hervorragende Textileigenschaften aus, sie ist temperaturausgleichend, begünstigt die Hautatmung, nimmt Feuchtigkeit auf, sie ist schmutzunempfindlich und geruchshemmend. Dennoch werden nach wie vor primär synthetische Textilien für Wäsche und Funktionskleidung verwendet. Wenn dann Schafwolle verwendet wird bzw. davon Textilien angebotenen werden, dann oftmals mit Herkunft aus Übersee. Es gibt jedoch auch im Schafbereich mittlerweile sehr erfolgreiche Textilprojekte mit heimischer Schafwolle, wenn auch im kleineren Umfang.

Ziele des Projekts und Hintergründe

Ziel des geplanten Projekts ist es, Erfolgsfaktoren bestehender gelungener heimischer Wertschöpfungsketten für Schafwolltextilien (z.B. Rhönschaf, Manomama) zu erfassen und zu bewerten und diese auch auf Perspektiven bzw. Potentiale größerer Mengen heimischer Schafwolle zu übertragen. Hierbei sind verschiedene Aspekte zu beachten unter anderem: Tierzucht auf Feinheit und Ausgeglichenheit der Wollen, Transport, Wollsortierung, gesamtheitliche Verwertungskonzepte, Wollwäsche, Spinnerei, Färberei, Verarbeitung sowie Marktzugänge und Marketing. Von Vorteil ist, dass es sowohl in Bayern wie in Baden-Württemberg eine gute Organisationsstruktur von Schäfereien mit ihren Wollerzeugergemeinschaften gibt. Diese lagen jedoch die letzten Jahre mehr oder weniger brach, könnten aber jederzeit wieder mehr Funktionen oder Dienstleistungen übernehmen.

Konkretes Vorgehen

Es ist geplant, zum Auftakt des Projekts einen Workshop bzw. einen runden Tisch mit allen interessierten Steakholdern aus Süddeutschland im Bereich Schafwolle durchzuführen. Ziel ist hierbei den Status quo zur Situation zu analysieren, gute Ideen zusammenzutragen, wichtige Partner und Leuchtturmprojekte zu identifizieren und auch mögliche Potentiale auszuloten. Anschließend sollen im Rahmen von studentischen Abschlussarbeiten erfolgreiche Schaftextilprojekte in Süddeutschland und angrenzenden Ländern evaluiert und gleichzeitig deren Erfolgsfaktoren herausgearbeitet werden. Die Infrastruktur wie Wolltransport, Wollwäsche, Spinnerei und Färberei soll erfasst und beschrieben werden. Diese Ergebnisse sollen dann gemeinsam in einem Abschlussworkshop vorgestellt und diskutiert werden.

Final sind fünf Fragestellungen als konkrete Ansätze zu einer besseren Inwertsetzung heimischer Schafwolle zu beantworten:

  1. Erfolgsfaktoren bestehender gelungener Schafwollkonzepte
  2. Bestehende Infrastruktur für die Wertschöpfungskette bzw. fehlende Kettenglieder?
  3. Hemmnisse und deren Überwindung
  4. Ansätze für eine gesamtheitliche und gemeinschaftliche Verwertung der Schafwolle
  5. Marktzugänge und Marketing

Projektleitung

Prof. Dr. Wilhelm Pflanz (Koordination)
T +49 9826 654-211
wilhelm.pflanz [at]hswt.de

Teilprojektleitung

Projektdauer

01.11.2018 - 31.12.2020

Projektförderung