Stadtnatur erfassen, schützen, entwickeln – Fachkonvention zur Grünraumversorgung

Hintergrund

Mit dem Entwurf des „Masterplans Stadtnatur“ (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit 2019) legt die Bundesregierung erneut einen Schwerpunkt auf das Stadtgrün und betont dessen Stellenwert für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Der Masterplan Stadtnatur führt die bisherigen Entwicklungen mit dem »Weißbuch Stadtgrün« und dem Fördermittelprogramm »Zukunft Stadtgrün« weiter und zielt darauf ab, diese mittels eines Maßnahmenpakets zu konkretisieren. Ein Punkt des umfassenden Maßnahmenprogramms ist die Initiierung einer bundeseinheitlichen Konvention zu Grünraumversorgung und Erholungsvorsorge. Dabei sollen Orientierungswerte für Stadtnatur formuliert werden, die eine stärkere Berücksichtigung von Grün und Grünqualität bei der städtischen Bautätigkeit fördern.

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Der Englische Garten in München übernimmt als innerstädtischer Landschaftspark wichtige ökologische Funktionen und dient als Erholungsraum (Foto: Ursula Blum)

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Der Barockgarten – Stadtgrün mit ästhetischen und ökologischen Aspekten (Foto: Ursula Blum)

Eine Etablierung von bundesweiten Orientierungswerten soll Mindeststandards setzen und den Kommunen zentrale Anhaltspunkte für die eigene Grünversorgung bieten. Damit kann der verwaltungsinterne Prozess zur Verfolgung der Grünziele gefördert werden und eine Argumentationsbasis für die Durchsetzung der grünen Ziele geschaffen werden. Ähnliche Anpassungsbedarfe bestehen bei einem weiteren Instrument bzw. einer Grundlage der städtischen Naturschutz- und Freiraumplanung, den Stadtbiotopkartierungen. Seit den frühen 1980er Jahren haben eine Vielzahl von Städten und Kommunen Stadtbiotopkartierungen eingeführt.

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Blühstreifen als Straßenbegleitgrün fördern die biologische Vielfalt (Foto: Cynthia Tobisch)

Untersuchungsziele

Das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „Stadtnatur erfassen, schützen, entwickeln – Fachkonvention zur Grünraumversorgung“ umfasst insbesondere die Analyse und Weiterentwicklung von freiraumbezogenen Orientierungswerten und Stadtbiotopkartierungen. Für beide Instrumente soll aufgezeigt werden, welche Chancen sie für den Erhalt und die Entwicklung städtischer Grün- und Freiflächen bieten und wie sie für aktuelle Anforderungen weiterentwickelt werden können. Ziel des Forschungsprojekts ist es, den aktuellen Stand der Stadtbiotopkartierung in den Städten darzustellen, deren Bedeutung für die kommunale Planungspraxis zu analysieren sowie innovative Möglichkeiten des Biodiversitätsmonitorings im städtischen Raum aufzuzeigen. Die planerische Grundlage für die Erhaltung und Entwicklung der biologischen Vielfalt in den Städten soll durch diesen Schritt gestärkt werden. Die Ergebnisse des Vorhabens verstehen sich als Anregung und Hilfestellung für die Städte, um diesen den verantwortungsvollen Umgang mit urbanem Grün insbesondere im Hinblick auf ihre städtebauliche Entwicklung zu erleichtern. Der intensive Abstimmungsprozess mit der Fachwelt, Kommunen und Verbänden dient insbesondere der „Praxistauglichkeit“ und Umsetzbarkeit der Ergebnisse. Die Recherche-Ergebnisse und die Ergebnisse des Abstimmungsprozesses können gleichzeitig dazu beitragen, die Umsetzung des Masterplans Stadtnatur wissenschaftlich zu begleiten und zu fördern.

Verbundprojektleitung

Prof. Dr. Markus Reinke (Koordination)
T +49 8161 71-3776
markus.reinke [at]hswt.de

Projektbearbeitung

Projektdauer

01.10.2019 - 31.03.2022

Projektpartner

Projektträger

Projektförderung