Pflanzenextraktion auf Basis von Fettsäuren zur Gewinnung von Duftstoffen

Kurzdarstellung

Zur Gewinnung von Düften aus empfindlichen Blüten wie die von Jasmin, Bitterorange, Tuberose, Narzisse und Rose werden hauptsächlich Wasserdampfdestillation und Lösungsmittelextraktionen angewandt. Die dabei verwendeten Stoffe wie Wasser und Hexan sind entweder leichtentzündlich oder führen durch die hohe Siedetemperatur zu unerwünschten Veränderungen. Im Rahmen des Projekts „Pflanzex“ soll ein „grünes“ und schonendes Extraktionsverfahren für Duft- und Aromapflanzen auf Basis von Fettsäuren untersucht werden, um die herkömmliche Extraktion zu ersetzen. Früher wurden Blüten per Hand auf mit Tierfetten beschichtete Glasplatten aufgelegt, um die empfindlichen Duftstoffe zu extrahieren. Aufgrund der aufwändigen händischen Prozedur ist heute die Anwendung dieser sog. „Enfleurage“ im Vergleich zu neueren hexanbasierten Verfahren nicht mehr wirtschaftlich umsetzbar. In einem ursprünglich an der Universität Regensburg (Prof. W. Kunz) entwickelten neuen Verfahrensansatz stellen geschmolzene freie Fettsäuren bestimmter Zusammensetzung das flüssige Extraktionsmedium dar. Im Rahmen des Projektes sollen ein Fettsäuregemisch mit hoher Extraktionskraft, die nötigen Aufarbeitungs- und Analysemethoden sowie eine schonende Isolierung der Duftstoffe aus dem Extraktionsmedium für die Lebensmittel-, Parfüm- und Kosmetikindustrie entwickelt werden (Abbildung 1).
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Abbildung 1: Kurzdarstellung der Projektziele

Arbeitspakete der beiden Projektpartner

An der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Professur für organisch-analytische Chemie am Standort TUM-CS in Straubing erfolgt die chemisch-technische Analyse der Duftstoffe in der komplexen Matrix. Die SHK GmbH Regensburg ist zuständig für die verfahrenstechnische Entwicklung und Umsetzung der Extraktionschemie und deren Hochskalierung.

Zielsetzungen und Verwertungsmöglichkeiten

Am Ende des Projektes steht die Etablierung eines umweltfreundlichen, schonenden Extraktionsverfahren, das frei von giftigen Chemikalien ist und durch dessen Anwendung Extrakte von sehr hoher Qualität und hoher Kundenakzeptanz erwartet werden können. Dabei können auch neue Produkte bzw. Produktqualitäten in der Parfüm- und Kosmetikbranche entstehen, die in ihrer Qualität und Herstellungsmethode einzigartig auf dem Markt wären. Das neue Verfahren hätte mittelfristig das Potential, petrochemische Lösungsmittel in diesem Bereich zu ersetzen. Mittelfristig plant die SKH GmbH die Herstellung und Vermarktung von Extrakten aus heimischen Duft- und Aromapflanzen (z. B. Rose, Narzisse, Pfingstrose, Iris, Gartennelke, Heu …) bzw. aus getrockneter, importierter Rohware, die mit dem neuen Verfahren hergestellt wurde. Die entsprechenden Produktionsanlagen sollen in Bayern entstehen und zusammen mit dem neu entwickelten Verfahren an ausgewählte Kunden im Ausland zur Extraktion nicht heimischer Duft- und Aromapflanzen verkauft werden.

Projektleitung

Prof. Dr. Herbert Riepl (Koordination)
T +49 9421 187-302
herbert.riepl [at]hswt.de

Projektbearbeitung

Projektdauer

01.04.2019 - 31.03.2022

Projektpartner

Projektträger

Projektförderung

Förderprogramm

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