Einsatz torfreduzierter Substrate im Zierpflanzenbau - Ökonomische Begleitforschung (TerZ-BWL)

Im Zuge des Klimaschutzplans 2050 fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirt-schaft (BMEL) das bundesweit angelegte Modell- und Demonstrationsvorhaben „Einsatz torfreduzierter Substrate im Zierpflanzenbau“. Projektträger des Gesamtvorhabens ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

1352 terz bwl abb5 erfassung der daten

Projektbeteiligte

Das Projektkonsortium setzt sich aus fünf renommierten Forschungseinrichtungen zusammen:

LVG Hannover-Ahlem im Norden, Versuchszentrum Gartenbau Straelen/Köln-Auweiler im Westen, LfULG Dresden-Pillnitz im Osten, LVG Heidelberg im Südwesten und Hochschule Weihenstephan·Triesdorf (HSWT) im Süden. Alle Projektbeteiligten verfügen bereits über langjährige Erfahrungen in der Verwendung torfreduzierter Substrate. Die geographisch ausgewogene Standortverteilung gewährleistet außerdem einen breiten Querschnitt des deutschen Zierpflanzenbaus im Hinblick auf die unterschiedlichen Betriebsstrukturen.

In den fünf Modellregionen beteiligen sich jeweils bis zu fünf Demonstrationsbetriebe, bei deren Auswahl sowohl unterschiedlich strukturierte Einzelhandelsgärtnereien als auch Produktionsbetriebe berücksichtigt wurden. Der Torfanteil in den verwendeten Substraten soll kultur- und betriebsspezifisch stufenweise reduziert und letztlich bei mindestens 50 % etabliert werden. Die teilnehmenden Betriebe werden hierbei von den fünf Regionalkoordinatoren bei der Umstellung auf torfreduzierte Substrate intensiv betreut. Das Gesamtvorhaben ist auf eine Laufzeit von vier Jahren angelegt.

Ökonomische Begleitforschung

Ergänzend zu den kulturtechnischen Untersuchungen findet eine betriebswirtschaftliche Begleitung statt, die die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Substratumstellung untersucht. Diese wird vom Institut für Gartenbau der Hochschule Weihenstephan·Triesdorf durchgeführt. Hierbei erfolgt eine produktionsbegleitende Realerfassung der Kulturdaten in allen 24 teilnehmenden Demonstrationsbetrieben sowie die anschließende Analyse und Bewertung der ermittelten Kulturkosten. Im Fokus der Betrachtung stehen der Einsatz von Produktionsmitteln sowie der Energie- und Arbeitszeitaufwand bei ausgewählten Kulturen in herkömmlichen Substraten im Vergleich zur Produktion in stark torfreduzierten Kulturverfahren. Ebenso berücksichtigt werden mögliche Absatz- und Erlösunterschiede beider Verfahren.

  • Welche wesentlichen Faktoren sind für mögliche Unterschiede bei den Kosten der Leistungserstellung verantwortlich?
  • In welcher Größenordnung bewegen sich diese Kostenunterschiede?
  • Haben betriebsstrukturelle, kulturspezifische oder auch regionale Unterschiede nennenswerten Einfluss auf Deckungsbeiträge und Preisuntergrenzen?

Das Ziel der betriebswirtschaftlichen Begleitung ist es, aussagekräftige Erkenntnisse über den kulturspezifischen Kostenaufwand bei einem über mehrere Jahre real begleiteten Umstieg auf stark torfreduzierte Kultursubstrate im Zierpflanzenbau zu gewinnen und die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Substratumstellung im Rahmen des Modell- und Demonstrationsvorhabens einzuschätzen und darzustellen.

Weitere Projektbausteine

Die Gesamtkoordination des Projekts und der Bereich Öffentlichkeitsarbeit liegt bei der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Hannover-Ahlem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Das Institut für Gartenbau der Hochschule Weihenstephan·Triesdorf mit seinem modern ausgestattetem Labor ist mit der Analyse der Kultursubstrate aller 24 Demonstrationsbetriebe in den fünf Modellregionen beauftragt.

Dem Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch aller teilnehmenden Forschungseinrichtungen und Produktionsbetriebe kommt eine besondere Bedeutung zu.  Die LVG Heidelberg mit ihrem medialen Knowhow rund um die EDV-Plattform OLAT hat diesen Part des Netzwerkens übernommen.

Weitere Informationen rund um Terz