Entwicklung eines Ansatzes zur Steuerung ökologischer Bodenfunktionen durch Grasbedeckung am Beispiel des Risaralda Avocado-Anbaus in Kolumbien

Die Beziehung zwischen landwirtschaftlicher Praxis und der Erhaltung der Kapazität eines agrarischen Ökosystems ist sehr eng. Die Art des Pflanzenbaus auf landwirtschaftlichen Flächen ist ein Faktor, der Einfluss auf dieses Ökosystem nimmt, wobei dem Faktor Boden besondere Bedeutung zukommt. Eine zentrale Bodenfunktion ist die Bereitstellung von Habitaten für Bodenorganismen sehr unterschiedlicher Art und Größe. Bei einem Verlust dieser Funktionen können vermehrt bodenbürtige Pflanzenkrankheiten wie zum Beispiel Arten der Gattung Phytophthora auftreten. Phytophthora-Erreger finden sich in Böden und Wasser und schädigen ein breites Spektrum von einheimischen Wild- und Kulturpflanzen z.B. Avocados.

Kolumbien ist der drittgrößte Erzeuger von Avocados mit einem Marktanteil von 6 %. Wurzelfäule verursacht durch Phytophthora cinnamom ist vermutlich der wichtigste Schädling für Avocado in Kolumbien. Forschungsergebnisse zeigen, dass Wurzelfäule durch Böden mit höherem Besatz an Bakterien und Strahlenpilzen gemindert werden kann. Sterile Böden zeigten keinen Antagonismus. Die Steigerung der Bodenqualität durch Bewirtschaftung der Grasdecke scheint dabei der kontrollierende Faktor für die Aktivität des Edaphons und für die Anreicherung von organischer Bodensubstanz (OBS) zu sein. Die Entwicklung und Gesundheit der Pflanzenwurzeln lässt sich dadurch positiv beeinflussen. Es wird davon ausgegangen, dass ein verbessertes Gras-Management die Bodenqualität und damit die ökosystemare Dienstleistung erhalten oder sogar steigern kann und so einen Beitrag zur Bekämpfung der Wurzelfäule bei Avocado leistet.

Ziel der Untersuchungen

Hauptziel des beantragten Projektes ist es, Möglichkeiten zu diskutieren wie durch ein angepasstes und verbessertes Management der Böden eine Limitierung/Eliminierung der pflanzenschädigenden Wirkung des Pilzes Phytophthora spec. (Wurzelfäule) zu erzielen ist. Die Erhaltung und Steigerung der Bodenqualität stellt einen wertvollen Beitrag zum wirtschaftlichen Wachstum und Entwicklung der Region dar.

Vorgehensweise

In der Region Risaralda, Kolumbien, findet die Avocado-Produktion in sehr verschiedenen Naturräumen statt. In 10 Farmen soll zunächst die Grasdecke visuell beurteilt werden und später hinsichtlich der Artenzusammensetzung beprobt werden. Zusätzlich werden insbesondere durch Interviews mit den Eigentümern und Analyse der Unterlagen der Betriebe Beziehungen zu Phythophthora hergestellt. In nationalen und bi-nationalen Workshops und Diskussionsgruppen werden die Feldinformationen analysiert und die Ergebnisse zusammengeführt. Literaturstudien runden die Arbeiten ab. In einer abschließenden Analyse und zusammenfassenden Dokumentation sollen Empfehlungen für eine weitere Vorgehensweise erarbeitet werden.

Projektleitung

Prof. Dr. habil. Carsten Lorz (Koordination)
T +49 8161 71-5912
carsten.lorz [at]hswt.de

Teilprojektleitung

PhD Miguel Ruiz (Koordination)
Universidad Tecnologica de Peireira

Projektdauer

01.01.2019 - 31.12.2019

Projektpartner