"Waldbezogene Bildungsarbeit" für Multiplikatoren - Kundenpotenzialanalyse für Bayern

Waldbezogene Bildungsarbeit ist in Deutschland fest etabliert. Die Gründe sind vielfältig: Wirkungen von Waldaufenthalten auf Gesundheit und Wohlbefinden oder die Eignung von Wald als Thema und Lernort in einer vielfältigen Bildungsarbeit. Auch in Bayern ist waldbezogene Bildungsarbeit fester Bestandteil forstlichen Wirkens. Bislang werden überwiegend Kinder der 3. und 4. Klassenstufe angesprochen. Vorgesehen ist es, diese Zielgruppe zu erweitern. Als ein besonders vielversprechender Ansatz zur Erweiterung der Zielgruppe forstlicher Bildungsarbeit erscheint die Aus- und Weiterbildung von Multiplikatoren. Hierzu bedarf es eines Angebots, das den individuellen inhaltlichen und methodischen Ansprüchen sowie den formalen Anforderungen der jeweiligen Zielgruppe entspricht. Um dies gewährleisten und erfolgversprechende Multiplikatorenangebote anbieten zu können, erfolgt im Rahmen des Projektvorhabens eine umfassende Kundenpotenzialanalyse.
1308 waldbezogene bildungsarbeit abb untersuchungsablauf 20181210

Ablauf der Kundenpotenzialanalyse

Aufbauend auf einer „Ist-Analyse" erfolgt eine Bedarfsanalyse bei ausgewählten Zielgruppen. Auf Basis der so gewonnenen Ergebnisse werden in einem partizipativen Prozess mit Vertretern und Vertreterinnen der Bayerischen Forstverwaltung besonders vielversprechende Zielgruppen im Multiplikatorenbereich zu waldbezogener Bildungsarbeit identifiziert. Für einige dieser Zielgruppen werden anschließend Vorschläge für konkrete Fort- bzw. Weiterbildungsangebote konzipiert.

Publikationen

Kohler, B.; Vogl, R. (2020): Forstverwaltung meets Jugendverbände. LWF aktuell 126 (3), S.47-49.
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Eine längerfristige Zusammenarbeit mit Jugendverbänden bietet Jugendlichen die Möglichkeit, Wald auf unterschiedlichste Art und Weise zu erfahren und am Beispiel Wald Zusammenhänge nachhaltiger Entwicklung sowie die Bedeutung nachhaltiger Forstwirtschaft zu erkennen.

Dieses Vorgehen erscheint besonders erfolgsversprechend, da Jugendarbeit in Verbänden außerhalb des formalen Bildungswesens erfolgt und im Gegensatz zum schulischen Lernen freiwillig und intrinsisch motiviert ist. Mit den JugendgruppenleiterInnen verfügen Verbände über ebenso interessante wie bislang weitgehend unerreichte Multiplikatoren. Gleichzeitig könnten aber unterschiedlichste und oft schwer greifbare Verbandsstrukturen eine Zusammenarbeit mit Jugendverbänden schwierig gestalten.

Die vorliegenden Projektergebnisse stellen eine Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Jugendverbänden dar. Sie bieten die Chance eines erweiterten Dialogs zwischen Forst und Verbänden und die Möglichkeit, Jugendliche als Entscheidungsträger von morgen zu erreichen.

Die aktuellen Medienberichte zu den weltweiten Klimademonstrationen machen deutlich, dass Jugendliche bereit sind, ihre Zukunft in die Hand zu nehmen. Jetzt bietet sich den Forstleuten die Chance, das Angebot der Jugendlichen, ihre Ideen und Fähigkeiten in die Gesellschaft einzubringen, gezielt aufzugreifen und damit als moderne Dialogpartner in Erscheinung zu treten.

Kohler, B.; Vogl, R. (2020): Zukunft findet nicht nur freitags statt. AFZ/Der Wald 2020 (14), S.40-43.


Projektleitung

Prof. Robert Vogl (Koordination)
T +49 8161 71-5906
robert.vogl [at]hswt.de

Projektbearbeitung

Dr. Beate Kohler

Projektdauer

01.09.2018 - 30.11.2019

Projektförderung

Adressierte SDGs (Sustainable Development Goals)

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