Analyse der Märkte für ausgewählte Öko-Produkte in Bayern - Entwicklung und Potential des Öko-Milchmarkts sowie der Märkte für weitere ökologische Erzeugnisse

Hintergrund und Zielsetzung

Ziel des Landesprogrammes BioRegio ist es, die heimische Erzeugung von Ökoprodukten von 2012 bis 2020 zu verdoppeln, um die Nachfrage nach Öko-Lebensmitteln vermehrt aus heimischer Produktion zu decken. Aufgrund seiner wirtschaftlichen Bedeutung spielt der Markt für Öko-Milch eine Schlüsselrolle für die Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft in Bayern und die Erreichung der Ziele von BioRegio 2020. Mit Priorität wird daher im vorliegenden Projekt der Markt für ökologische Kuhmilch analysiert, wobei sowohl Herausforderungen auf Erzeuger- wie auch auf Nachfragerseite betrachtet werden.

Im Bereich Öko-Milchziegen liegt der Fokus auf dem Koppelprodukt Ziegenkitz, dessen Vermarktung sich bisher schwierig gestaltet. Ziel dieses Projektteiles ist es daher, praktikable Lösungen für die Kitzaufzucht zu entwickeln und die Vermarktungssituation der Bio-Ziegenkitze in Bayern zu verbessern. Daneben werden weitere Teilmärkte betrachtet, zu denen aktuell unzureichend Informationen vorliegen, die aber aufgrund verschiedener Faktoren für die Entwicklung des Öko-Landbaus in Bayern von Relevanz sind. Für diese Teilmärkte sollen vor allem Übersichten zum Anbau sowie zu Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen erstellt werden, die Grundlage für die Umsetzung regionaler Wertschöpfungsketten bilden können.

Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und abgeleiteten Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaftsbeteiligte sollen helfen, den Ökolandbau entsprechend den Zielen des Landesprogramms zu entwickeln und mehr Nachfrage durch heimische Produkte zu decken.

Arbeitsteilung der Projektpartner

Das Projekt startete im September 2017 an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und im Mai 2018 an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). Impulse der Marktakteure kommen vor allem aus dem Arbeitsbereich Ökologische Land- und Ernährungswirtschaft des Instituts für Ernährungswirtschaft und Märkte der LfL. Die Analysen zur Erzeugung und Vermarktung von Öko-Milch und zugehöriger Koppelprodukte wird im Wesentlichen von der LfL übernommen, die Analysen zu weiteren relevanten Teilmärkten von der HSWT. 

Aktueller Stand und weiteres Vorgehen

In den Teilprojekten zum Milchmarkt und zur Verwertung männlicher Ziegenkitze wurden bereits umfangreiche Ergebnisse im Zwischenbericht an das Bayerische StMELF geliefert. Darauf soll hier nicht weiter eingegangen werden.
Ein Spezialmarkt, der bereits abgearbeitet wurde, hatte zum Thema „Verarbeitungsmöglichkeiten, Qualitätsansprüche und Marktpotenziale für bayerische Öko-Verarbeitungskartoffeln. Im Einvernehmen mit dem Arbeitskreis „Ökologische Land- und Ernährungswirtschaft“ wurden weitere relevante Forschungsschwerpunkte von Branchenvertretern im Frühjahr 2018 priorisiert: 

  1. Bio-Senf (braun u. gelb)
  2. Fruchtzubereitungen
  3. Ausgewählte Cerealien (Emmer, Einkorn und Hartweizen)
  4. Pseudocerealien (Hirse, Buchweizen, Amaranth und Quinoa)

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Erzeugergemeinschaften = blau, Vermarkter = grün, Verarbeiter für Öko-Verarbeitungskartoffeln = rot Abb. 1: Übersichtskarte zu Wertschöpfungsketten der bayerischen Kartoffelverarbeitung und -vermarktung (Quelle: Alexandra Mayr; Modifizierte Darstellung auf Basis von bayerische-kartoffel.de, 2018)

Für diese Vorhaben laufen bereits Projekt- und Abschlussarbeiten. Der empirische Teil umfasst die Schritte

  • Sekundärrecherche zum jeweiligen Markt und dem Marktumfeld
  • Identifikation der relevanten Akteure im Teilmarkt 
  • persönliche und telefonische Experteninterviews zu Anbau- und Verarbeitungsmöglichkeiten, Qualitätsansprüchen der potenziellen Verarbeiter, Marktpotenzialen der Handelsunternehmen und regionalen Kooperationspotenzialen.

Abbildung 1 stammt aus einer Bachelorarbeit. Sie zeigt die regionale Verteilung von Erzeugergemeinschaften, Vermarktungs- und Verarbeitungsunternehmen von Öko-Verarbeitungskartoffeln. Eine derartige Analyse ist der erste Schritt, um Potenziale für regionale Wirtschöpfungsketten aufzudecken. Mit Vertretern der jeweiligen Stufen wurden Experteninterviews geführt, um Chancen, Hemmnisse und Kooperationspotenziale für regionale Vermarktungsinitiativen zu identifizieren.