Theoretical-Oriented to Practical education in Agrarian Studies (TOPAS)

Ziel des Projekts TOPAS (Theoretical-Oriented to Practical education in Agrarian Studies) ist die Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit von Graduierten von Partnerhochschulen in der Ukraine, Usbekistan und Armenien auf den nationalen und regionalen Arbeitsmärkten im Agrarsektor. Dazu werden die jeweiligen nationalen Hochschulen bei der Modernisierung der studentischen Ausbildung in landwirtschaftlichen Fächern unterstützt. Der methodische Ansatz beinhaltet die Umstrukturierung bestehender Curricula und Lehrinhalte von dozentenzentrierter Lehre hin zu praxisbasierter und studentenorientierter Wissensvermittlung. Die Teilbereiche des Ansatzes gliedern sich in moderne Lehrmethoden, die Professionalisierung der studienrelevanten Praktikumsorganisation und die Erfassung und Bereitstellung von Daten zur Situation nationaler landwirtschaftlicher Betriebstypen.

Landwirtschaft und landwirtschaftliche Betriebssysteme in der Ukraine, Usbekistan und Armenien haben sich seit der Unabhängigkeit der Staaten von der ehemaligen Sowjetunion in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts substantiell verändert. Die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen erfordern die entsprechende Anpassung der gesamten Hochschulausbildung. Der Anpassungsprozess historisch gewachsener Studiengangstrukturen in landwirtschaftlichen Disziplinen hat z. B. durch Einführung von Agribusiness-Studiengängen bereits Fortschritte gemacht. Allerdings wird die Wirksamkeit der strukturellen Neugestaltung für die Arbeitsmarktqualifikation der Studierenden sowohl durch Inkompatibilitäten mit internationalen Studiengangstandards als auch durch Schwächen in Ausbildungsmethoden und -inhalten deutlich eingeschränkt.

TOPAS trägt zum Schließen der Lücken im strukturellen Aufbau und im inhaltlichem Studienangebot bei. Der Transformationsprozess wird durch den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den beteiligten west- und osteuropäischen sowie zentralasiatischen Hochschulen unterstützt. Zentrales Element für alle Teilbereiche des methodischen Ansatzes ist dabei der Berufsbezug der Ausbildung, dessen Erfolg sich an Lernergebnis und praktischem Kompetenzzugewinn misst.

Für die Professionalisierung der studienrelevanten Praktikumsorganisation beinhaltet das die Identifikation und Beteiligung relevanter landwirtschaftlicher Betriebe und Unternehmen. Kriterien der Relevanz sind einerseits deren Repräsentativität für nationale landwirtschaftliche Bereiche und andererseits die Führung durch zur Praktikantenausbildung qualifizierten Betriebsleitern. Gleichzeitig werden die universitären Steuerungsstrukturen studentischer Praktika, d.h. administrative Unterstützung, Berichtswesen und fachliche Betreuung, für die dauerhafte Zusammenarbeit mit den identifizierten Betrieben und Unternehmen entwickelt. In engem Zusammenhang mit dem Praktikumswesen wird die Erfassung von Daten zur Analyse und Planung solcher Betriebe und Unternehmen neu strukturiert. Die derzeit noch fast ausschließlich technischen Datengrundlagen aus dem landwirtschaftlichen Versuchswesen sollen durch Erfahrungswerte aus der landwirtschaftlichen Praxis komplementiert und, wo nötig, ersetzt werden. Ziel ist dabei die studentische Ausbildung an real existierenden Unternehmensbeispielen und die Verfügbarkeit solcher Informationen für die praxisnahe und zeitbezogene Forschung und Lehre im jeweiligen lokalen Kontext.

Zur Vermittlung des so gewonnenen realitätsnahen Wissens werden Lernmethoden angepasst oder entwickelt, die den derzeit fast ausschließlich durch Frontalunterricht geprägten universitären Lehrbetrieb durch moderne, effizientere Ansätze umgestaltet. Die gewählten Lehransätze reichen von gruppenbasierten Lernprojekten bis zu Internet-basierten Lehrmodulen in Form von Massive Open Online Courses (MOOCs). Aufgabe der Projektpartner in diesem Bereich ist neben der sprachlichen Aufbereitung die regionalspezifische Anpassung von Lehrinhalten unter Berücksichtigung sozialer Eigenheiten.

Unterstützende strukturelle Verbesserungsansätze umfassen flexible Lernmöglichkeiten, gegenseitige Offenheit verschiedener Agrarmanagement-Programme durch Anpassung an europäische Hochschulstandards und die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und lokalen Arbeitgebern im Agrarsektor. Die genannten Projektaktivitäten haben mit Auftakttreffen von Vertretern aller Partnerhochschulen im November 2017 am Standort Triesdorf und im Februar 2018 in Samarkand begonnen. Weitere Arbeitsschritte für das Jahr 2018 sind abschließende Beratungen zu den verbesserten Praktikantenprogrammen in Wroclaw und die Abstimmung über einzuführende Lehrmethoden in Writtle.

Offizielle Homepage von TOPAS

Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der offiziellen Homepage von TOPAS https://erasmus-topas.eu (s. a. unter "Weblinks").