Entwicklung eines Mehrkammerdüngerstreuers zur Durchführung von Feldversuchen in gärtnerischen Intensivkulturen unter Berücksichtigung der Düngemittelverordnung zur Vermeidung von Stickstoff -Restmengen zu Kulturende und -Auswaschungsverlusten

Aufgrund überhöhter Nitratgehalte im Grundwasser besteht dringender Handlungsbedarf, die bisherige Praxis der Düngung zu überdenken und im Hinblick auf eine mögliche Nährstoffauswaschung zu optimieren. Die bisherigen Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinien können teilweise nicht eingehalten werden [1], [4]. Durch die EG sind Strafzahlungen angedroht. Die Wasserwirtschaftsämter mahnen überhöhte Nitratgehalte im oberen Grundwasserstockwerk unter intensiv genutzten Anbauflächen an. Die derzeit diskutierte und demnächst in Kraft tretende Düngeverordnung steckt die Rahmenbedingungen wie Ausbringzeitpunkt, Düngungshöhe und Dokumentation ab. Die Beratung stellt fest, dass in der Praxis bezüglich der Düngung Defizite vorhanden sind. Weitere Erkenntnisse, verbesserte Verfahren, Informationsbedarf sowie Überzeugungsarbeit sind notwendig, um hohe Stickstoff-Restmengen während der Kultur und zu Kulturende zu vermeiden.

Im Gegensatz zum landwirtschaftlichen Anbau sind im Gartenbau und insbesondere beim Anbau von Gemüse:
• der insgesamt höhere Nährstoffbedarf bei geringer Wurzeltiefe,
• die Vielzahl der Kulturen und der satzweise Anbau,
• die Beetbauweise mit einer Pflanzung mit Reihenabständen bis zu 50 cm
• die Qualitätsansprüche (minderwertige Qualität kann nicht vermarktet werden)
• die Ernte in der Hauptwachstumsphase (erfordert einen Mindestvorrat (sog. Puffer) an leicht verfügbarem Stickstoff im Boden bis zur Ernte)
• der im Jahresverlauf vergleichsweise späte Anbau
besonders zu berücksichtigen.

Die wichtigsten Eckpunkte des derzeitigen Entwurfes der Düngerverordnung sind:
• Der Düngebedarf ist vor dem Aufbringen wesentlicher Nährstoffmengen zu kalkulieren dabei ist das
> tatsächliche Ertragsniveau (Durchschnitt der letzten drei Jahre)
> die im Boden verfügbare Stickstoffmenge
> Nährstoffnachlieferung organischer und anorganischer Düngemittel der Vorjahre
> Nachlieferung aus Vor- und Zwischenfrüchten
zu berücksichtigen.

• Ergebnisse regionaler Feldversuche sollen herangezogen werden.
• Die ausgebrachten Düngermengen sind vor dem Ausbringen incl. der Berechnung zu dokumentieren.
• Jährlich ist ein betrieblicher Nährstoffvergleich durchzuführen.
• Geräte zum Ausbringen von Düngemitteln und Bodenhilfsstoffen müssen den anerkannten Regeln der Technik entsprechen. U.a. müssen Geräte für das Ausbringen von Mineraldüngern über eine Grenzstreueinrichtung verfügen.


Projektleitung

Prof. Dr. Sebastian Peisl (Koordination)
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