Verbraucherakzeptanz von funktionellen Lebensmitteln in der EU

Hintergrund Die sogenannten "funktionellen Lebensmittel" haben in den letzten Jahren auf dem Lebensmittelmarkt an Bedeutung gewonnen. Dabei handelt es sich um Lebensmittel, die mit speziellen Inhaltsstoffen angereichert sind, welchen ein gesundheitlicher Zusatznutzen zugeschrieben wird. Beispiele sind probiotische Joghurts, cholesterinspiegelsenkende Margarine oder mit Pflanzeninhaltsstoffen angereicherte Säfte. Die Hersteller sehen bei diesen Lebensmitteln die Möglichkeit, für Produkte mit spezifischem Gesundheitsnutzen höhere Preise in einem insgesamt stagnierenden Markt zu erzielen. Um die Verbraucher vor irreführenden Produktanpreisungen zu schützen, arbeitet die EU-Kommission an einer Regulierung für funktionelle Lebensmittel. Dafür wurden in dem EU-Projekt "Current and Future Development of Functional Foods in the European Union" Informationen gesammelt und Entscheidungsgrundlagen bereitgestellt. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf beschäftigte sich in diesem Rahmen mit der Akzeptanz und den Einstellungen der Verbraucher bei funktionellen Lebensmitteln.

Vorgehensweise

Eine europaweite Befragung sollte Informationen über die Einstellungen der Verbraucher zu funktionellen Lebensmitteln und über die Käufer funktioneller Lebensmittel erbringen. Vier EU-Staaten wurden für die Studie ausgewählt: - Deutschland: Größter Lebensmittelmarkt in der EU mit preissensiblen Verbrauchern und einem starken Wettbewerb zwischen den Anbietern. - Großbritannien: Dieser Lebensmittelmarkt ist hinsichtlich Strukturen, Produkten und Konsumentenverhalten dem US-Markt (weltweit wichtigster Markt für funktionelle Lebensmittel) sehr ähnlich. - Spanien: Beispielhaft für den Lebensmittelmarkt in den südeuropäischen Ländern mit mediterranem Konsum- und Ernährungsverhalten. - Polen: Beispielhaft für den Lebensmittelmarkt in den neuen osteuropäischen EU-Staaten, der großen Umwälzungsprozessen unterworfenist. Jeweils über 100 Verbraucher pro Land wurden in Supermärkten mit Hilfe eines einheitlichen Fragebogens interviewt. Zusätzlich wurden die Zahlungsbereitschaft und die Präferenzen für bestimmte Produktattribute für einen mit Lycopin und Ballaststoffen angereicherten Orangensaft über eine Conjoint-Analyse ermittelt.

Ergebnisse

Die Befragungen fanden im Sommer und Herbst 2004 statt, doch wurden die Ergebnisse bislang von der EU nicht veröffentlicht. Erwartet wurden sowohl Ergebnisse, die auf grund kultureller, soziodemographischer oder sonstiger Unterschiede in den vier Ländern voneinander abweichen, als auch "europaeinheitliche" Tendenzen.

Publications

Sparke, K.; Menrad, K. (2011): Food consumption style determines food product innovations' acceptance. Journal of Consumer Marketing 28 (2), S. 125-138. DOI: 10.1108/07363761111115962
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Menrad, K.; Zapilko, M. (2009): Verbrauchersegmentierung für Functional Food in europäischen Ländern. Christians-Albrecht-Universität, DLG, DGE, GDL (Hrsg.) (2009): 4. Symposium „Funktionelle Lebensmittel“, S. 23.

Sparke, K.; Menrad, K. (2009): The influence of eating habits on preferences towards innovative food products. In: Barbosa-Cánovas, G. V. et al. (Ed.): Global issues in food science and technology. Elsevier, S. 93-116.

Sparke, K.; Menrad, K. (2009): Cross European and Functional Food-related consumer segmentation for new product development. Journal of Food Products Marketing 15 (3), S. 213-230. DOI: 10.1080/10454440902908142
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Sparke, K.; Menrad, K. (2008): Dimensionen der Verbraucherresonanz bei der Neuproduktbeurteilung von Lebensmitteln. In: Schriften der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaues e.V. (2008): Agrar- und Ernährungswirtschaft im Umbruch 43, S. 53-63.

Menrad, K.; Sparke, K. (2008): Consumer awareness, attitudes and willingness to pay. In: Stein, A. J.; Rodriguez-Cerezo, E. (Hrsg.): Functional Food in the European Union. JRC Scientific and Technical Reports, EUR 23380-EN-2008, Sevilla, S. 29-48.

Menrad, K.; Sparke, K. (2007): Konsumenten als bloße Melkkühe der Konsumgüterindustrie? Berücksichtigung der Konsumentenbedürfnisse bei der Produktentwicklung. In: Gedrich, K.; Kustermann, W.; Zängler, T.W. (Hrsg.) (2007): Konsumenten im Fokus der Wissenschaft. Studien zur Haushaltsökonomie, Peter Lang Verlag, Frankfurt/M. 30, S. 59-74.

Sparke, K.; Menrad, K. (2007): Lebensmittelkonsumstil als Segmentierungsansatz für Verbraucherpräferenzen gegenüber innovativen Lebensmittelprodukten. In: Schriften der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus e. V. (2002): Good Governance in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Band 42, S. 407-416.

Sparke, K.; Menrad, K. (2006): Consumer expectations and attitudes towards Functional Food. Wissenschaftszentrum Straubing. Straubing, 73 S.


Dissertations

Verbrauchersegmentierung bei Neuproduktbeurteilung von Lebensmitteln

PhD student Dr. rer. pol. Kai Sparke
Scientific supervisor HSWT Prof. Dr. Klaus Menrad
Institutions Fakultät Gartenbau und Lebensmitteltechnologie
TUM Campus Straubing
Scientific supervisor (extern) Technische Universität München | Prof. Dr. Jutta Roosen
Duration - 2008-01-31
Die Einbindung von Verbraucherforschung in den Produktentwicklungsprozess erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit neuer Lebensmittelprodukte. Dabei hat die Segmentierung der Verbraucher anhand von Lebensstilaspekten eine besondere Bedeutung. In der Arbeit wurden Konzepte für die Verbrauchersegmentierung nach einem allgemeinen Lebensmittelkonsumstil und speziell für die Produktgruppe der funktionellen Lebensmittel entwickelt und in zwei empirischen Untersuchungen überprüft. Die jeweils ermittelte... more

Project lead


Project execution

Dr. rer. pol. Kai Sparke

Project duration

2004-01-01 - 2005-02-28

Weblinks

Abschlussbericht "Functional Food"