Der Ethanolmarkt der EU27 und der USA im Jahr 2023 – Erstellung von Szenarien durch Anwendung der optimierten Szanario-Technik

Doktorand: Dr. agr. Tillmann Anschütz
Betreuer HSWT: Prof. Dr. Ulrich Bodmer
Fakultät: Fakultät Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme
Partner-Uni: Georg-August Universität Göttingen | Prof. Dr. L. Theuvsen
Zeitraum: 01.05.2011 - 22.05.2014

Zusammenfassung

Herr Anschütz ging in seiner Arbeit der Frage nach, welche Faktoren den Ethanolmarkt bis in das Jahr 2023 entscheidend beeinflussen werden und welche mit Hilfe dieser (Schlüssel-) Faktoren entwickelten Szenarien die Ethanolmärkte und ihre Entwicklung bis 2023 in geeigneter Weise beschreiben können.
Die Prognosemethode gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Kernschritte:
1. Szenariofeld-Analyse
2. Szenario-Prognostik
3. Szenario-Bildung und Szenario-Konsistenzprüfung

Für den EU-Raum wurden vier Szenarien entwickelt:
1. Szenario (betrifft Ethanol der 1. Generation): Starker Anstieg der Ethanolproduktion und auch der Nachfrage bei konstanten Ethanolimporten
2. Szenario: 5 %-Begrenzung der Anrechnung von Biokraftstoffen der 1. Generation auf das 10 %-Ziel
3. Szenario: Nur noch Biokraftstoffe der 2. Generation werden politisch gefördert
4. Szenario: Abschaffung jeglicher Importbeschränkungen für Ethanol

Die bisherigen Prognosen der Forschungsinstitute hatten sich primär mit dem o. g. ersten Szenario auseinander gesetzt. Allerdings ist es notwendig, dass sich die am Ethanolmarkt tätigen Unternehmen auch mit den weiteren drei o. g. Szenarien beschäftigen, weil sich die weitere EU-Politik in diesem Bereich möglicherweise einem dieser Szenarien entsprechen wird (vgl. Vorschläge der EU-Kommissare Oettinger und Hedegard).

Für die USA wurden gleichfalls vier Szenarien entwickelt:
1. Szenario: Starker Anstieg der Ethanolproduktion aus Anlagen der 2. Generation
2. Szenario: Starke Begrenzung der Auflagen zum Einsatz von Ethanol der zweiten Generation
3. Szenario: Ethanol aus Mais ersetzt Ethanol der 2. Generation
4. Szenario: Auflagen zum Einsatz von Ethanol der 2. Generation werden gekürzt. Ethanol aus anderen Herstellungsprozessen kann verstärkt eingesetzt werden, um den starken Anstieg der Ethanolnachfrage zu befriedigen.

Die Ethanolindustrie in den USA, insbesondere aber in der EU, muss sich in ihrer strategischen Planung auf sehr unterschiedliche Szenarien einstellen und flexibel reagieren können, um die nächsten rund 10 Jahre am Markt bestehen zu können.