Den Konsumenten im Fokus: Eine verbraucherorientierte Analyse des Product Carbon Footprints entlang der Wertschöpfungskette von Spargel

Doktorand: Dr. rer. pol. Paul Lampert
Betreuer HSWT: Prof. Dr. Klaus Menrad
Fakultät: Fakultät Gartenbau und Lebensmitteltechnologie
Partner-Uni: Technische Universität München | Prof. Dr. L. Menapace
Zeitraum: 01.11.2012 - 19.10.2016

Zusammenfassung

Die Dissertation beschäftigt sich mit einer verbraucherorientierten Analyse des Product Carbon Footprints (PCF) entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Spargel. Dabei werden sowohl die Einflussgrößen des PCFs auf Verbraucherseite bei Kauf und Verwendung von Spargel als auch die Relevanz solcher Informationen auf die Kaufentscheidung von Konsumenten erforscht.

In der ersten Publikation wird der generelle Einfluss des Verbrauchers auf die Klimabilanz aufgezeigt, der je nach betrachtetem Szenario und Produktionssystem bei Spargel und den weiteren untersuchten Gartenbauprodukten (Erdbeeren, Schnittrosen, Orchideen) die dominierende Quelle von Emissionen entlang der Wertschöpfungskette sein kann. Für diese Produkte wurde erstmalig eine empirische Datenbasis auf Verbraucherseite für diese Produkte durch ein eigens aufgebautes Verbraucherpanel geschaffen.

In einer weiteren Publikation werden verschiedene Distributionswege für Obst/Gemüse am Beispiel Spargel hinsichtlich des Ausstoßes von Klimagasen untersucht. Für die jeweilige Einkaufsstätte wird dabei der PCF separat berechnet und der Konsumenteneinfluss, der vor allem durch die Einkaufsfahrt bestimmt wird, quantifiziert. Hierbei zeigt sich, dass ein Verkaufsstand in Summe die wenigsten Emissionen beim Kauf von Spargel hervorruft. Die Vermarktung über einen Hofladen ist durch die dadurch verursachte lange Einkaufsfahrt der Konsumenten unter Klimaschutzaspekten eher kritisch zu beurteilen.

Um die aus der Literatur abgeleiteten Einflüsse von Einstellungen, technischen Komponenten und soziodemographischen Parametern während der Verwendungsphase von Spargel empirisch untersuchen zu können, wird in der dritten Publikation erstmalig ein Kausalmodell entwickelt, um die Höhe des Einflusses dieser Faktoren zu bestimmen. Neben dem Alter der Küchengeräte als dominierende technische Einflussgröße zeigen sich auch positive Effekte von Einstellungen der Konsumenten zu Umweltfragen oder der Gesundheitsorientierung auf die Höhe der produktbezogenen Klimabilanz von Spargel.

Die vierte Publikation untersucht anhand der Methode eines sogenannten Information-Display-Matrix (IDM) – Experimentes die Relevanz von Informationen zum PCF für die Kaufentscheidung am Point-of-Sale. Dabei ist festzustellen, dass diese Informationen bisher nur für eine kleine Gruppe von Konsumenten Einfluss auf die Kaufentscheidung haben und bei der Mehrzahl der Konsumenten andere Informationen wie die Herkunft des Spargels oder der Preis als Schlüsselfunktionen bei diesem Prozess gelten.

Die Ergebnisse dieser Dissertation liefern wertvolle Hinweise auf die grundsätzliche Bedeutung des Konsumenteneinflusses bei einer PCF-Berechnung von Gartenbauprodukten, sowie insbesondere auf dessen determinierende Faktoren, die in früheren Untersuchungen so noch nicht im Fokus standen. Die Erkenntnisse zur Bedeutung von Informationen zum PCF bei der Kaufentscheidung bieten eine Basis für weitere Untersuchungen, um daraus in der Folge eine entsprechende Kommunikationsstrategie für klima­freundliche Produkte entwickeln zu können.