Analyse und ökonomische Optimierung von Kurzumtriebsplantagen

Doktorand: Dr. rer. nat. Sebastian Hauk
Betreuer HSWT: Prof. Dr. Stefan Wittkopf
Fakultät: Fakultät Wald und Forstwirtschaft
Partner-Uni: Technische Universität München | Prof. Dr. T. Knoke
Zeitraum: 01.12.2011 - 09.07.2016

Abstract

Die kumulative Dissertation von Sebastian Hauk basiert auf zwei Forschungsprojekten der HSWT zu Kurzumtriebsplantagen und setzt sich zusammen aus vier begutachteten Publikationen in den Journalen „Renewable and Sustainable Energy Reviews“ (IF 2014: 5.9), „Biomass and Bioenergy“ (IF 2014: 3,4) und „BioEnergy Research“ (IF 2014: 3.4)”.
Trotz der hohen Nachfrage nach holziger Biomasse und den positiven externen Effekten, die mit der Holzproduktion durch Kurzumtriebsplantagen (KUP) einhergehen, sind KUP in Europa und Deutschland im speziellen nur in geringem Ausmaß verbreitet. Als Hauptgründe für oder gegen den Anbau von KUP gelten ökonomische Faktoren.
Übergeordnetes Ziel der Dissertation war es daher, die Wirtschaftlichkeit von KUP – unter Berücksichtigung von ökonomischen Risiken – im Vergleich zu alternativen landwirtschaftlichen Kulturen zu analysieren sowie die ökonomischen Effekte zu quantifizieren, welche sich durch Integration von KUP in landwirtschaftliche Portfolios ergeben. Hierzu wurde ein breiter Forschungsansatz gewählt, um zu einer verbesserten und realitätsnäheren ökonomischen Analyse von KUP beizutragen.
Gleichzeitig wurde die Datengrundlage zu KUP erhöht, indem über eine Befragung der bayerischen KUP-Betreiber und an 30 Praxisflächen Daten zur Bewirtschaftung und erzielbaren Biomasseerträgen in der Untersuchungsregion Bayern erhoben und analysiert wurden. Diese Daten und Informationen flossen in die ökonomische Analyse ein.
Anstelle des bislang üblichen Vergleichs von sich gegenseitig ausschließenden Landnutzungsmöglichkeiten – eine Betrachtung auf Hektar-Ebene – wurden KUP als mögliche Ergänzung landwirtschaftlicher Portfolios betrachtet und die durch Mischung entstehenden Effekte auf Betriebsebene modelliert, quantifiziert und identifiziert. Hierbei konnte gezeigt werden, dass durch den Anbau von KUP positive ökonomische Effekte – Diversifizierungseffekte – auftreten, wodurch sich auf Betriebsebene gleich hohe Deckungsbeiträge bei geringerem Risiko oder bei gleichem Risiko höhere Deckungsbeiträge erzielen ließen.
Der KUP-Anbau zusätzlich zu konventionellen landwirtschaftlichen Kulturen stellt somit für landwirtschaftliche Betriebe eine effektive Risikomanagement-Strategie dar und wird für diese in allen untersuchten Regionen empfohlen. Die betriebswirtschaftlich optimalen KUP-Flächenanteile sind dabei abhängig vom Grad der Risikoaversion des Entscheidungsträgers sowie von der Wirtschaftlichkeit der alternativen Kulturen in der jeweiligen Region.
Aufgrund der nachgewiesenen positiven ökonomischen Effekte des KUP-Anbaus bei gleichzeitig positiven externen Effekten, ist es a) landwirtschaftlichen Betrieben möglich, ihr Kulturartenportfolio zu diversifizieren und b) politischen Entscheidungsträgern durch Multiplikation der Forschungsergebnisse möglich, die regio­nale Biomasseproduktion zu fördern und gleichzeitig eine Extensivierung und ökologische Aufwertung von intensiv bewirtschafteten Regionen zu erreichen.