Einsatz ökologisch erzeugter Proteinträger in der Putenmast

Abstract

Die vorliegende Untersuchung sollte klären, ob Futtermischungen mit deutlich abgesenkten Energiegehalten (ca. 11 MJ ME/kg) sowie erniedrigten Gehalten an essentiellen Aminosäuren (EAS) - bei konstantem Verhältnis von EAS : ME - in der ökologischen Putenmast mit Erfolg eingesetzt werden können und welche Auswirkungen auf den Schlachtkörperwert zu erwarten sind. Darüber hinaus sollten mögliche Genotyp-Umweltinteraktionen zwischen der Wachstumsgeschwindigkeit unterschiedlicher genetischer Herkünften und veränderten ME-Gehalten ermittelt werden. Die eingesetzten Futtermischungen sollten zudem den Anforderungen der EU-Öko-Verordnung entsprechen (möglichst hohe Anteile an Rohstoffen aus ökologischer Herkunft). Zudem wurden ausschließlich Eiweißfuttermittel pflanzlicher Herkunft verwendet. In einem Mastversuch wurden je 240 geschlechtssortierte Eintagsküken der Hybrid-zuchtunternehmen BUT (BIG 6) und KELLY (BBB) eingestallt und nach den Vorgaben der EU-Öko-Verordnung gehalten (24 Abteile á 20 Tiere). Die Aufzucht bzw. Mast der Tiere erfolgte in drei (Hennen) bzw. vier Phasen (1.-6., 7.-12., 13.-18. sowie 19.-22. Woche) mit nährstoffangepassten Alleinfuttermischungen. Es wurden zwei Fütterungsgruppen ("Medium" (M), "Low" (L)) gebildet. Die jeweils eingesetzten Futtermischungen enthielten Richtlinien konforme Komponenten (Gruppe L nur in der Phase 1 mit 5,5 % Kartoffeleiweiß), aber unterschiedliche ME- und Aminosäuren-gehalte. Die Ausstattung der Versuchsmischungen hinsichtlich der wichtigsten essentiellen Aminosäuren (g EAS/MJ ME) orientierte sich an den Empfehlungen der Hybridzuchtgesellschaft BUT. Die weitergehende ME-Absenkung (Fütterungsgruppe L) ergab ein Einsparpotential für die limitierenden EAS (Lysin, Methionin) von mehr als 20 % in der Aufzuchtphase bzw. knapp 20 % in den Mastphasen. Die ermittelten Endgewichte (Hennen: BIG 6 11,0 kg, BBB 8,7 kg; Hähne: BIG 6 20,0 kg, BBB 15,4 kg) lagen bei einer Mastdauer von 18 Wochen für Hennen bzw. 22 Wochen für Hähne noch im Bereich der Erwartungswerte der Zuchtunternehmen.

37 Den Tieren der Variante L gelang es ab der 7. Lebenswoche (Phase 2) offenbar nicht mehr, mit einer erhöhten Futteraufnahme den geringeren ME-Gehalt der Mischungen zu kompensieren. Folglich entwickelten sich die Tiergewichte in den beiden Fütterungsgruppen auseinander (Hähne: M 18,9 kg vs. L 16,5 kg). Bei gewichts-korrigierter Betrachtung zeigt sich aber, dass die Hähne der Variante L nahezu die gleiche Menge an ME aufnahmen wie die der Variante M (M 71,4 MJ ME vs. L 70,6 MJ ME/kg metabolische LM). Die Hähne der Gruppe L setzten 4255 g Brustfleisch und damit 13 % weniger als die der Gruppe M an. Methionin war für den Fleisch-ansatz die erstlimitierende Aminosäure. Genotyp-Umwelt-Interaktionen waren nicht festzustellen. Herkünfte mit hohem Wachstumspotenzial und hohem Fleischbildungsvermögen sind auch für eine öko-logische Mastputenhaltung geeignet. mehr

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Titel Einsatz ökologisch erzeugter Proteinträger in der Putenmast
Medien Abschlussbericht zum Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im ökologischen Landbau (Projekt-Nr. 03OE451)
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Verfasser/Herausgeber Prof. Dr. Eggert Schmidt, Prof. Dr. Gerhard Bellof
Seiten ---
Veröffentlichungsdatum 30.11.2006
Projekttitel ---
Zitation Schmidt, E.; Bellof, G. (2006): Einsatz ökologisch erzeugter Proteinträger in der Putenmast. Abschlussbericht zum Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im ökologischen Landbau (Projekt-Nr. 03OE451).