Einfluss unterschiedlicher Fütterungsintensität und Haltungsform auf die Mastleistung und den Schlachtkörperwert von langsam oder schnell wachsenden Genotypen in der ökologischen Putenmast

Abstract

In der Studie sollte überprüft werden, ob in der ökologischen Putenmast für das Verlustgeschehen sowie relevante Merkmale der Mastleistung und des Schlachtkörperwertes zwischen Genotyp (schnell (Big 6) vs. langsam wachsende Herkunft (Kelly BBB)), Haltung (Auslauf vs. kein Auslauf) und Fütterung (Variante M: mittlere Fütterungsintensität vs. Variante L: niedrige Fütterungsintensität) Interaktionen bestehen.

Es wurde in zwei zeitlich aufeinander folgenden Durchgängen mit jeweils 192 Tieren (männliche Eintagsküken) eine vierphasige Mast durchgeführt (Aufzuchtphase, drei Mastphasen, Schlachtung in der 21. Lebenswoche). Die Haltung erfolgte in der Aufzuchtphase in einem klimatisierten Feststall. Die eigentlichen Mastphasen wurden in Mobilställen (mit oder ohne Auslaufmöglichkeit) absolviert. Für die Fütterungsgruppen wurden abgestufte ME- und Aminosäuren-Gehalte in den Alleinfuttermischungen eingestellt (Gruppe M: ca. 12,0 MJ ME/kg; Gruppe L ca. 11,0 MJ ME/kg).

Es ergaben sich durchschnittliche Verluste in Höhe von 21%. Die Verluste traten gehäuft in der Aufzucht sowie am Ende der Mast auf. Hierbei waren bei den nahezu schlachtreifen Tieren Herz-/Kreislaufversagen häufige Abgangsursachen. Hiervon betroffen waren vornehmlich die Tiere der Haltungsgruppe ohne Auslauf.

Die Herkunft Big 6 zeigt sich in der Mehrzahl der Mastleistungsmerkmale der Herkunft BBB signifikant überlegen. Lediglich beim Futteraufwand pro kg Zuwachs unterscheiden sich die beiden Herkünfte nicht. Auch im Schlachtkörperwert weisen die Big 6-Hähne signifikant höhere Gewichte auf (Schlachtkörpergewicht + 3,5 kg; Brustmenge + 1,5 kg).

Die Mastputen mit Auslauf verzeichnen am Ende der Mast signifikant erhöhte Endgewichte und daraus folgend erhöhte Schlachtkörpergewichte sowie einen verbesserten Schlachtwert (Brustmenge + 0,7 kg). Puten, die mit ME-reduzierten Futtermischungen versorgt werden, zeigen auch unter Auslaufbedingungen eine Kompensation, indem sie erhöhte Futtermengen aufnehmen und nahezu gleiche Endgewichte erreichen.

Eine ökologische Putenmast auf der Basis von Futtermischungen mit abgesenkten ME- und Aminosäuren-Gehalten, in Verbindung mit einem Auslaufangebot führt zu geringeren Tierverlusten und hohen Mast- und Schlachtleistungen. Für die untersuchten Merkmale können keine Genotyp-Umwelt-Interaktionen festgestellt werden.

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Titel Einfluss unterschiedlicher Fütterungsintensität und Haltungsform auf die Mastleistung und den Schlachtkörperwert von langsam oder schnell wachsenden Genotypen in der ökologischen Putenmast
Medien European Poultry Science
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Band 78
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Verfasser/Herausgeber Prof. Dr. Gerhard Bellof, Matthias Brandl, Prof. Dr. Eggert Schmidt, Dr. Luz Salomé Carrasco Alarcón, Benjamin Schade
Seiten ---
Veröffentlichungsdatum 01.04.2014
Projekttitel ---
Zitation Bellof, G.; Brandl, M.; Schmidt, E.; Salomé Carrasco Alarcón, L.; Schade, B. (2014): Einfluss unterschiedlicher Fütterungsintensität und Haltungsform auf die Mastleistung und den Schlachtkörperwert von langsam oder schnell wachsenden Genotypen in der ökologischen Putenmast. European Poultry Science 78. DOI: 10.1399/eps.2014.31