Impact-Entrepreneurship-Education und Existenzgründungen in Mittelfranken

Hintergrund und Motivation

Impact-Entrepreneurship ist sehr komplex: Unternehmerisches Handeln, das auf einen Wandel zu mehr Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur abzielt, verfolgt mehrere, oft miteinander konkurrierende Ziele. Es werden unternehmerische Projekte neben ihrer Wirtschaftlichkeit darauf ausgerichtet und bewertet, inwieweit sie gesellschaftliche Wirkungen entfalten sowie einer ökologisch-nachhaltigen Transformation entsprechen oder diese gar befördern (Triple Bottom Line). Zur Pluralität der Ziele kommt eine Vielfalt an möglichen Handlungsfeldern samt den erforderlichen Kompetenzen hinzu. Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen definiert 17 „Sustainable Development Goals“ (SDGs), die alle durch Impact-Entrepreneurship adressierbar sind. Folglich muss auch die akademische Qualifizierung zu Impact-orientiertem Entrepreneurship diesen unterschiedlichen Kompetenzen, Handlungsfeldern und räumlichen Wirkungsgebieten (Stadt / Land) Rechnung tragen. Eine Hochschule allein kann dies allerdings nicht vollumfänglich abdecken. Deshalb haben sich die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), die Hochschule Ansbach (HSA) und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) zu einem mittelfränkischen Verbund zusammengeschlossen.

Die drei Hochschulen verfügen über ein hohes Potenzial für die Ausbildung Impact-bezogener Entrepreneure und die Generierung Impact-bezogener Startup-Projekte. Mit ihren Fächerspektren adressieren sie komplementär viele SDGs in unterschiedlichem Maß. An der FAU existiert zudem eine vertiefte Expertise in interdisziplinärer Entrepreneurship-Qualifizierung.

Zielsetzung

Das Förderprogramm ist darauf ausgerichtet, die impact-orientierte Entrepreneurship-Qualifizierung an den Hochschulen des Freistaats Bayern zu stärken und auszuweiten. Während in der Vergangenheit vor allem ökonomische Effekte wie Umsatz, Gewinn und Rendite bei der Entrepreneurship-Qualifizierung im Vordergrund standen, werden inzwischen auch die gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen bei der Planung, Umsetzung und Weiterentwicklung von Gründungen berücksichtigt. Dafür braucht es neue und integrative Ausbildungsinhalte. Eine impact-orientierte Entrepreneurship-Qualifizierung soll Studierende sowie wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an bayerischen Hochschulen daher befähigen, innovative Lösungen für bedeutende Fragestellungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur zu finden und auf unternehmerische Art und Weise nachhaltige Lösungsansätze für die Umsetzung zu entwickeln. Diese impact-orientierten Lösungsansätze sollen gemäß der Triple Bottom Line (TBL)

  • wirtschaftlich tragfähig,
  • gesellschaftlich wirkungsvoll und
  • ökologisch nachhaltig sein.

Das Förderprogramm zielt daher darauf ab, frühzeitig und ganzheitlich die drei genannten Dimensionen der Triple Bottom Line bei der Qualifizierung für Entrepreneurship zu vermitteln. Schwerpunkt des Konzepts muss eine Qualifizierung durch Lehrangebote sein, die verschiedene Fachbereiche ansprechen. Dies kann beispielsweise durch die Zusammenarbeit von geisteswissenschaftlichen und technischen Disziplinen erfolgen. Dabei soll von den bereits bestehenden Angeboten der einzelnen Hochschule ausgegangen werden und ein erkennbarer Mehrwert im Vergleich zum Status quo geschaffen werden. Die Orientierung an „impact“ muss deutlich erkennbar sein

Zur Erreichung der Ziele im Rahmen unserer Entrepreneurship-Qualifizierung planen wir ein Verbund-Lehrkonzept mit den Programmlinien:

  • Entrepreneurial Impact Basics: Vermittlung von Basiswissen,
  • Entrepreneurial Impact Deep Dive: Vermittlung von Aufbau-/ Vertiefungswissen
  • Impact Startup Garage: Anwendung des erworbenen Wissens in der Praxis.
  • Entrepreneurial Impact Community: Unterstützung von Impact-Gründungen

Innerhalb jeder einzelnen Programmlinie werden alle drei Aspekte der Triple Bottom Line (wirtschaftlich tragbar, gesellschaftlich wirkungsvoll, ökologisch nachhaltig)
hochschulübergreifend abgedeckt. Da das Qualifizierungsprogramm hochschulübergreifend angelegt ist, muss nicht jede Hochschule die Triple Bottom Line allein abdecken, vielmehr decken alle Formate gemeinsam die gesamte Bandbreite ab. Elementar hierfür ist die gegenseitige Öffnung und Anrechnung der neuen Formate (ECTS).