Honorierungssystem für Klimaschutz auf organischen Böden in Bayern, Weiterentwicklung der moorbenefits für die Integration in die LENK (Moorbenefits 2.0)

Hintergrund

Für die Erreichung der Klimaschutzziele wird es immer dringender, die natürlichen Senkenfunktionen ökologischer Systeme mit einzubeziehen. Nature-based solutions, insbesondere die Ökosystemdienstleistungen der Moore und ihr Beitrag zum Klimaschutz, sind hier von besonderer Bedeutung. Folglich haben der Moorschutz bzw. die besondere Bedeutung ihrer Klimawirkung in den entsprechenden Artikeln des Bayerischen Klimaschutzgesetzes verstärkt Einzug gehalten.

Die moorbenefits als Quantifizierungsmethodik und Honorierungsmodell sind im Rahmen der Begleitforschung der Professur für Vegetationsökologie (VÖK) an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) zum KLIP2050 in einer ersten Version als bayerische Lösung entwickelt worden (Projekt MOORclimb 2016-2019). Sie wurden jedoch bisher nicht als dauerhaft verfügbare Plattform für Moorprojekte etabliert. Zudem haben sich seither die Rahmenbedingungen nach dem Übereinkommen von Paris (ÜvP) hinsichtlich der Anrechenbarkeit von Klimaschutzleistungen und weiteren Kriterien geändert. Die institutionelle Einbindung soll nun in der neu gegründeten Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK) erfolgen.

Zielsetzung

Ziel des Projekts ist es, eine eigenständige Methodik und ein Honorierungsmodell für Emissionseinsparungen im Bereich Moore und organische Böden in Bayern zu entwickeln und zu etablieren. Diese sollen auf dem im Rahmen der Begleitforschung zum KLIP2050 entwickelten Zertifizierungsregelwerk moorbenefits (Projekt MOORclimb 2016-2019) aufbauen. Das nach internationalen Standards konzipierte moorbenefits-Konzept soll evaluiert, weiterentwickelt, an aktuelle Entwicklungen angepasst und als Landeskonzept mit zentraler Datenhaltung bei der LENK angesiedelt werden. Der geplante Zertifizierungsstandard soll durch die Honorierung von Emissionseinsparungen aus Moorwiedervernässung vorerst die bayerische Staatsverwaltung auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen und ist darüber hinaus geeignet, auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt (VCM, engl. für voluntary carbon market) Anwendung zu finden.

Methodik

Im Rahmen des Projektes sollen aktuelle Anforderungen an Zertifizierungsstands auf dem VCM geprüft und durch die Weiterentwicklung des bestehenden moorbenefits-Konzepts Anwendung in einem Honorierungsmodell für organische Böden in Bayern finden. Dies beinhaltet insbesondere die Untersuchung charakteristischer Kriterien, speziell der Umgang mit Zusätzlichkeit, Doppelzählung, Quantifizierung der Emissionseinsparungen (Berechnung von baseline- und project-emissions), Emissionsverlagerung sowie Kreditierung.

Ein Review der am Markt bereits erfolgreich etablierten regionalen und internationalen Standards und Zertifikatelösungen wird durchgeführt.

Die enge Kommunikation mit regionalen Akteuren, insbesondere zukünftigen Klimawirt:innen und Landbesitzenden sowie Expert:innen des VCM, Projektträgern, Anleger:innen und Mitgliedern regionaler Absatzmärkte ist grundlegender Bestandteil der Weiterentwicklung und Potentialabschätzung. Landesweit sollen Umsetzungsmöglichkeiten definiert und zeitgleich Pilotprojekte  umgesetzt werden.


Projektleitung HSWT


Projektbearbeitung

Projektdauer

01.11.2021 - 30.04.2024

Projektträger

Projektförderung